Platzstreit um die Kooperationsschule: Chemnitz hält am Treppenhaus-Abriss fest
Chemnitz - Der Treppenhaus-Anbau der Kooperationsschule (frühere Annenschule) in Chemnitz wird in den Herbstferien abgerissen. Trotz der Kritik von Stadtrat Enrico Hilbert (50, BSW-Fraktion) hält die Stadt an dem Plan fest. Vorbereitende Arbeiten seien bereits erledigt.
Kostenpunkt für das Vorhaben: rund 250.000 Euro. Darin steckt neben dem Abriss auch die Wiederherstellung der historischen Fassade. Hilbert hatte den Rückbau als Verschwendung kritisiert: "Mit viel Geld errichtet, mit viel Geld nun vernichtet."
Die Stadt verweist auf den Denkmalschutz. Der Abriss sei eine Forderung des Landesamtes und stehe im Zusammenhang mit der Zustimmung zum neuen Erweiterungsbau. Hilbert hält dagegen: "Denkmalschutz kann irrsinnig und unvernünftig sein."
Erst Mitte September war der Anbau mit acht Klassen- und vier Gruppenräumen eingeweiht worden. Für Hilbert ist das Platzproblem damit nicht gelöst.
Die Stadt nennt nun Zahlen: Knapp 400 Kinder besuchen die Schule derzeit, nach ihrem vollständigen Aufbau sollen es etwa 500 sein.
Im gesetzlich möglichen Maximalfall könnten es 560 werden. Die Kapazität des Gebäudes sei vor dem Umzug geprüft worden.
Sportunterricht in der Halle an der Brauhausstraße
Auch beim Mittagessen bleibt es vorerst bei der bisherigen Lösung: Die Kinder essen in mehreren Räumen nebeneinander.
So war es bereits zu Zeiten der Annenschule. Für den Sportunterricht nutzt die Kooperationsschule ihre Halle an der Brauhausstraße und bei Bedarf die Industrieschule.
Hilbert hatte "einen würdigen Speisesaal, eine funktionsfähige, moderne Turnhalle und vielleicht eine Aula" statt einer "sinnlosen Abrissbaustelle" gefordert. Die Stadt plant zwar eine neue Sporthalle in der Innenstadt.
Erst wenn diese fertig ist, will sie prüfen, ob die bisherige Schulturnhalle zur Mensa werden kann.
Titelfoto: Ralph Kunz

