"Strukturell nicht lieferfähig": So groß ist der Mangel an Gewerbeflächen in Chemnitz

Chemnitz - Braucht Chemnitz wirklich den umstrittenen Innovationscampus Rabenstein-Ost? Neue Zahlen aus dem Rathaus liefern frisches Futter für die Debatte. Nach einer BSW-Anfrage hat Bürgermeister Thomas Kütter (49, parteilos) offengelegt, wie groß der Druck bei Gewerbeflächen ist.

BSW-Stadtrat Dietmar Holz (65) bleibt auch nach den Rathaus-Zahlen zu Gewerbegebieten zurückhaltend: "Ist es wirklich sinnvoll, Flächen mit großem Aufwand zu entwickeln, solange anderswo noch Brachflächen bereitstehen?"  © Uwe Meinhold

Demnach gab es 2025 knapp 100 Anfragen für Gewerbe- und Industrieflächen, nur acht wurden tatsächlich realisiert. Knapp 40 Vorgänge endeten "ohne erfolgreichen Abschluss".

In etwa einem Viertel der Fälle sei Chemnitz "strukturell nicht lieferfähig" gewesen, rechnet Kütter vor.

Allerdings lag nicht jede gescheiterte Anfrage allein an fehlenden Flächen. Investoren zogen Vorhaben zurück, Unternehmen stellten Projekte zurück, oft kamen mehrere Gründe zusammen. Eine isolierte Zuordnung greife "in der Praxis oft zu kurz", räumt der Bürgermeister ein.

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Dass der Platz knapp werden kann, zeigt die Liste trotzdem: Der Gewerbepark Südring oder der Smart Systems Campus sind voll.

Anderswo gibt es zwar noch Flächen, aber oft mit Haken: Am Lehngut in Euba sind fast sechs Hektar frei, aber "nicht erschlossen".

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Der Smart Systems Campus an der TU Chemnitz ist zu 100 Prozent ausgelastet.  © Ralph Kunz

Das Thema Gewerbegebiete sei komplex

Der Technologie-Campus Süd ist als Wasserstoff-Campus/Sondergebiet ausgewiesen. Zu den 29 laufenden Verfahren schreibt Kütter: "Für die aktuell aktiven Anfragen stehen potenziell passende Flächen zur Verfügung." Dieser Status könne sich aber "jederzeit ändern".

BSW-Stadtrat Dietmar Holz (65) bleibt skeptisch. Das Thema Gewerbegebiete sei komplex. Ob 25 Prozent nicht verfügbarer Flächen genug seien, um Rabenstein-Ost voranzutreiben, sei "schwierig zu beantworten".

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