Tunesier will für die Grünen in den Chemnitzer Stadtrat

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Chemnitz - Er stammt aus der tunesischen Küstenstadt Sousse, lebt seit 2015 in Chemnitz und ist ein lebenslustiger Sonnenschein mit Tiefgang: Bei den Kommunalwahlen am 9. Juni möchte Ahmed Bejaoui (31) für die Grünen in den Stadtrat einziehen. Als erster eingebürgerter Ausländer nach der Wende.

"Da möchte ich rein": Ahmed Bejaoui (31) will für die Grünen in den Stadtrat gewählt werden.
"Da möchte ich rein": Ahmed Bejaoui (31) will für die Grünen in den Stadtrat gewählt werden.  © Maik Börner

Die Grünen haben das politische Talent des Tunesiers erkannt, wählten ihn in den Vorstand und auf Listenplatz 1 im Wahlkreis 5 (Harthau bis Markersdorf). Nun braucht er noch den deutschen Pass - auf den er im Februar hofft - und Stimmen bei der Wahl.

Im Stadtrat hat Ahmed Bejaoui viel vor. Als Landesvorsitzender des Lesben- und Schwulenverbands gehören queere Menschen dazu. Aber auch volle Flüchtlingsheime und Bildung.

Er engagiert sich in Sprachkursen und befürchtet: "Die Integration droht zu scheitern, weil wir zu wenig tun. Viele Ausländer lernen nicht, wie man Brot kauft, ein Busticket löst oder Müll trennt. Dann drohen Konflikte. Wir brauchen mehr Räume und Unterrichtsmaterial."

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Ahmed Bejaoui selbst ist kein Flüchtling. Er hatte als Kind den Traum, neben Arabisch, Englisch, Französisch und Italienisch auch Deutsch zu lernen, kam als IT-Student deshalb über Dortmund und Stuttgart nach Chemnitz.

Bejaouis politische Heimat sind die Grünen

Hier baut er sich ein neues Leben auf. Ehrenamtlich spielt er Theater in der Christengemeinschaft Kaßberg. Er findet seine Rolle witzig: "Als Moslem spiele ich einen Juden in einer christlichen Kirche."

Vielfalt mag der Kandidat. Er spielte in der Küchwaldbühne in "Anatevka", feierte mit der jüdischen Gemeinde das Lichterfest.

Seine politische Heimat fand Bejaoui bei den Grünen: "Eine soziale Partei in der Mitte. Ich liebe Natur und möchte Politik gestalten, ohne meine Finger schmutzig zu machen."

Titelfoto: Maik Börner

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