Chemnitz - Der Abbau von 1000 Betreuungsplätzen in Chemnitzer Krippen und Kindergärten sorgt für gewerkschaftlichen Protest.
Ver.di-Sekretär Max Stryczek warnt: "Für die Beschäftigten bedeutet das Versetzungen, Stellenabbau und wachsenden Druck - in einem Arbeitsfeld, das längst am Limit arbeitet."
Der Chemnitzer Stadtrat hatte aufgrund der gesunkenen Geburtenzahlen vorige Woche in einem neuen Kita-Bedarfsplan beschlossen, dass bis 2030 etwa 330 Krippen- und rund 700 Kindergartenplätze gestrichen werden sollen.
Die Gewerkschaft plädiert stattdessen für eine Anhebung des Betreuungsschlüssels: "Nach aktuellen Zahlen der Bertelsmann Stiftung erfüllen in Sachsen nur 0,6 Prozent der Kitas die fachlich empfohlene Personalausstattungsquote. Der überwiegende Teil der Einrichtungen arbeitet damit dauerhaft unter den notwendigen Mindeststandards für gute frühkindliche Bildung."
Mit der geplanten Schließungswelle sieht ver.di das Wahlrecht der Eltern eingeschränkt, weil wohnortnahe Versorgung und die Vielfalt pädagogischer Angebote sinken.