Krabbel-Alarm! Zehntausende Käfer überfallen Dörfer in Mittelsachsen

Rochlitz - Nach Sonnenuntergang beginnt das große Krabbeln. Eine Käferplage biblischen Ausmaßes überrollt gerade einige Dörfer in Mittelsachsen. Teils zu Zehntausenden strömen die Sechsbeiner von den Feldern in Siedlungen und Häuser. Hilfe von den Behörden erhalten die genervten Anwohner kaum.

Andreas Streine hat Dutzende Gefäße als Fallen aufgestellt, um die Invasion zu bremsen.
Andreas Streine hat Dutzende Gefäße als Fallen aufgestellt, um die Invasion zu bremsen.  © Kristin Schmidt

Für das Rentnerpaar Fischer aus Wiederau begann der Überfall vor einer reichlichen Woche - seither müssen sie täglich jeden Morgen tausende Käfer zusammenkehren und töten. Sabine Fischer: "Es ist schon ekelig. Wir haben alle Hände voll zu tun, damit sie nicht ins Haus kommen."

Seelitz, Gröblitz, Lichtenau - auch Randlagen der Stadt Rochlitz sind betroffen. Inzwischen fand man heraus, dass sich diese Getreidelaufkäfer überall dort zu Armeen vermehrten, wo die örtliche Agraset-Genossenschaft im letzten Jahren Vermehrungsgras gezüchtet hatte.

Vom Landratsamt ist keine Hilfe zu erwarten. Kreissprecher André Kaiser: "Wir sind hierfür nicht zuständig."

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Laut Landesumweltamt (LfULG) treten derart massive Käferplagen in Sachsen sporadisch auf. Sprecherin Karin Bernhardt: "Die klimatischen Besonderheiten der letzten beiden Jahre und der warme, trockene Start in diesem Jahr können die Massenvermehrung ausgelöst haben." Man empfiehlt, die Straßenbeleuchtung auszuschalten und die toten Käfer im Restmüll zu entsorgen.

Der Getreidelaufkäfer ist etwa zwei Zentimeter groß.
Der Getreidelaufkäfer ist etwa zwei Zentimeter groß.  © Kristin Schmidt
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Das große Krabbeln soll zwei bis drei Wochen andauern.
Das große Krabbeln soll zwei bis drei Wochen andauern.  © Kristin Schmidt
Vom Maisfeld aus krabbeln Tausende Käfer nach Wiederau.
Vom Maisfeld aus krabbeln Tausende Käfer nach Wiederau.  © Kristin Schmidt

Seit dieser Woche sprüht Agraset auf Grasflächen Insektizide aus. Geschäftsführer Jan Gumpert: "Der Käfer ist aber auch im Mais und da dürfen wir nicht sprühen!" Um die Plage für die Bevölkerung schnell zu beenden, verhandelt er jetzt mit dem Ministerium um eine Ausnahmegenehmigung.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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