Sachsens kleinstes Kino feiert großes Jubiläum

Penig - Karsta Hönicke (75) kann es selbst kaum glauben - am Freitag wird ihr Kino 15 Jahre alt. Das Lichtspielhaus in Penig ist Sachsens kleinstes Kino.

"Herzlich willkommen!" Karsta Hönicke (75) führt in Penig Sachsens kleinstes Kino.
"Herzlich willkommen!" Karsta Hönicke (75) führt in Penig Sachsens kleinstes Kino.  © Maik Börner

"Am 2. Dezember 2007 liefen hier die ersten Filme", erinnert sich die 75-Jährige und führt stolz durch ihr "Lichtspieltheater". Bis dahin sei es ein leer stehender Gewerberaum im Haus der Eltern gewesen, davor ein Laden.

"Meine Vorfahren betrieben hier eine Druckerei und ein Papierwarengeschäft", erzählt sie. In der Inflation druckte die Familienfirma "Heinr. Hausermann" sogar Geld.

Das Kino allerdings führt sie nicht privat, sondern ehrenamtlich. "Ich bin für den Kinder- und Jugendfilmdienst Chemnitz tätig", sagt Hönicke. Daher sei es überhaupt erst möglich, kommerzielle Filme zu zeigen, Stichwort Rechte und Verleih.

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Vorwiegend sind Kinderfilme zu sehen. Zusätzlich dürfen Zuschauer zum Beispiel zu Kindergeburtstagen Wunschfilme von daheim mitbringen. Hönicke sorgt neben dem Abspielen für Popcorn und Getränke. Dann heißt es "Licht aus!" und "Gemütlich machen!". Es gibt 25 Plätze.

Alles andere als gemütlich verlief hingegen das Berufsleben von Karsta Hönicke. Begonnen hat es mit einer Lehre als Laborantin bei der "Fettchemie" im damaligen Karl-Marx-Stadt. Dann das Studium zum Chemie-Ingenieur. Nach der Wende wurde sie als Altenpflegerin tätig. Später als Filmvorführerin, die über Land zog.

Einst waren in den Räumen eine Druckerei und ein Papierwarenladen ansässig.
Einst waren in den Räumen eine Druckerei und ein Papierwarenladen ansässig.  © Maik Börner
"Dem Ingeniör ist nix zu schwör." Hönicke ist studierte Chemieingenieurin, das Filmvorführen kam nach der Wende hinzu.
"Dem Ingeniör ist nix zu schwör." Hönicke ist studierte Chemieingenieurin, das Filmvorführen kam nach der Wende hinzu.  © Maik Börner

15 Jahre Kino bedeuten auch 13 Jahre Galerie. Denn die Räume dienen immer wieder als Ausstellungsfläche. Seit dem vergangenen Wochenende wird die mittlerweile 66. Schau gezeigt mit Arbeiten des Marienberger Holzschnitzers Gottfried Reichel (1925-2015).

Titelfoto: Maik Börner

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