Spritpreis-Explosion: Sächsische IHKs fordern dauerhafte Entlastung statt Tankrabatt

Chemnitz - Der Blick an die Zapfsäule schockt aktuell nicht nur Autofahrer - auch Unternehmen haben massiv zu kämpfen. Durch die weitere Eskalation im Nahen Osten steigen die Preise massiv an. Die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) fordern daher dauerhafte Entlastungen.

Eine Tankstelle am Mittwoch in Chemnitz: Die Benzin- und Dieselpreise setzen Autofahrer und Wirtschaft unter Druck.  © Sven Gleisberg

Super E10 über 2,40 Euro, Diesel über 2,50 Euro: Angesichts dieser Preisexplosionen warnen die sächsischen IHKs vor einer Kosten- und Preisspirale.

Denn: Besonders Speditionen, Bus- und Reiseunternehmen, das Baugewerbe, Kurierdienste und andere Dienstleister sind von den Spritpreisen direkt abhängig.

"Hohe Kraftstoffpreise sind für viele Unternehmen kein vorübergehendes Ärgernis, sondern ein unmittelbarer Wettbewerbsnachteil", erklärt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, in einer Mitteilung.

Er führt aus: "Wenn Speditionen, Busunternehmen, Baubetriebe und andere Dienstleister dauerhaft höhere Energiekosten tragen müssen, schlägt das auf ihre Preise, ihre Investitionsfähigkeit und am Ende auch auf Arbeitsplätze durch."

Aus diesem Grund müsse dringend gehandelt werden. Zwar kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bereits Entlastungen an - doch wie diese aussehen werden, ist unklar.

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Sächsische IHKs wollen dauerhafte Entlastungen, Tankrabatt greife zu kurz

Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, fordert angesichts der hohen Kraftstoffpreise Entlastungen für die Wirtschaft.  © Uwe Meinhold

Kommt ein weiterer Tankrabatt? Für die IHKs greift das zu kurz. Unternehmen würden "verlässliche und kalkulierbare Rahmenbedingungen" brauchen, sagt Neuberg. "Entlastungen müssen deshalb an den Ursachen ansetzen und dauerhaft wirken."

Die Industrie- und Handelskammern verweisen unter anderem auf Luxemburg. Dort legt der Staat regelmäßig den Höchstpreis für Benzin und Diesel fest. Dieser wird anhand einer festgelegten Formel berechnet, in die unter anderem die Entwicklung der internationalen Ölpreise und weitere Kosten einfließen. Ein ähnliches Modell könnte nach Ansicht der IHKs auch in Deutschland umgesetzt werden.

Doch das reiche bei Weitem nicht aus. Es müssten weitere Maßnahmen greifen - unter anderem die Senkung der Energie- und Stromsteuer und die Aussetzung der CO₂-Bepreisung. Nur so könne eine Kosten- und Preisspirale verhindert werden.

Welche Entlastungen tatsächlich kommen, wird derzeit beraten. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU) schlug bereits vor, bestimmte Bevölkerungsgruppen durch Direktzahlungen zu entlasten. Doch gegen diesen Vorschlag regt sich Widerstand - auch aus ihrer eigenen Partei.

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