10-jähriges Jubiläum: Dieses Kraftwerks-Bistro hat sich zum Hotspot für Künstler gemausert
Dresden - Wo einst der Pförtner die Arbeiter im Kraftwerk Mitte (Dresden) zur Schicht begrüßte, wird heut' Tomatensuppe gelöffelt, Kuchen gegessen und geplauscht. Vor zehn Jahren eröffnete René Kuhnt (57) sein Bistro "T1" in der Ex-Pförtnerloge am Tor 1.
"Eigentlich wollte die Drewag damals das Häuschen abreißen. Aber ich konnte es pachten und habe 150.000 Euro in den Ausbau gesteckt", erinnert sich Kuhnt. "Ich wollte das Industriedesign erhalten, habe viele Elemente, die sich auf dem Gelände gefunden haben, eingebaut."
Industrielampen, Über-Putz-Leitungen, Bakelit-Schalter, alte Heizkörper, Werkstühle - das alles hat Fabrik-Charme. Und der zieht an: Musiker, Sänger, Tänzer aus den umliegenden Theatern kehren hier nach der Vorstellung auf einen Absacker ein.
Studenten der gegenüberliegenden Musikhochschule schauen in der Mittagspause vorbei, Gäste kommen mit Künstlern ins Gespräch. "Sogar Szenen des Dresdner Tatorts 'Schwesternliebe' -wurden hier 2024 gedreht", sagt der gelernte Maler und Schriftmaler stolz.
"Und immer wieder bekomme ich Anfragen für Werbeshootings."
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Zur Feier des Tages gibt es Freibier für alle!
Zweimal am Tag schaut Kuhnt im "T1" vorbei, obwohl er seit 2021 die "Kulturwirtschaft" in unmittelbarer Nachbarschaft und das Café "Solo" seit 2022 im Kulturpalast betreibt, den Gasthof Rennersdorf bewirtschaftet und nun noch die "Villa Kolbe" in Radebeul ausbaut.
Kuhnt ist ständig auf Achse, baut, schreibt, arrangiert seine schon fast legendären Inneneinrichtungen, die Industriedesign mit Opulenz und Pflanzenpracht paaren. Auch zum zehnten Geburtstag des "T1" kann er die Füße nicht stillhalten.
Gefeiert wird am 29. Mai - ab 14 Uhr gibt's Freibier (solange der Vorrat reicht), für die Damen Rosé und Livemusik bis 22 Uhr.
Das "T1" (18 Plätze innen, 50 außen) ist täglich geöffnet, wochentags von 9 bis 24 Uhr, am Wochenende von 11 bis 24. Uhr.
Titelfoto: Fotomontage/Norbert Neumann

