Altbau ist eng, immer wieder Ärger mit der Polizei: In diese Container ziehen bald Schüler

Dresden - Drei Schulen teilen sich den Standort an der Pfotenhauerstraße in Dresden, der Altbau platzt aus allen Nähten. Das führt auch zu Problemen.

Der städtische Projektleiter, Roland Flämig (59), vom Schulamt vor dem Container-Bau.
Der städtische Projektleiter, Roland Flämig (59), vom Schulamt vor dem Container-Bau.  © Petra Hornig

Immer wieder mussten Polizei und Feuerwehr anrücken, es gab Prügeleien und Brandstiftungen. Bessern soll sich die Lage mit einem Container-Schulbau aus mobilen Raumeinheiten (MRE), den das Rathaus jetzt auf dem Schulhof errichten lässt.

Neben der 101. Oberschule teilen sich Abendgymnasium sowie das 2020 gegründete und jedes Jahr wachsende Gymnasium Johannstadt das Schulhaus.

Schon 2021 gab es rund ein Dutzend Polizeieinsätze. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 25 Anzeigen, laut Sprecher dabei auch mehrere Fälle von Körperverletzungen von Schülern untereinander.

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Außerdem rückte die Feuerwehr dreimal an, um Brände auf der Toilette zu löschen. Dabei entstand hoher Sachschaden, teils mussten Hunderte Schüler evakuiert werden.

Zwar ist vorgesehen, dass die Oberschule auf die Cockerwiese umzieht, doch der Neubau soll erst 2028 bezugsfertig sein.

Um schnell mehr Raum zu schaffen, baut die Verwaltung für die Gymnasiasten seit Anfang des Jahres ein Interimsgebäude in Modulbauweise.

Unterricht soll ab August beginnen

Kein Einzelfall: 38 Kameraden und die Polizei mussten im Januar 2022 anrücken, weil es im Sanitärbereich brannte.
Kein Einzelfall: 38 Kameraden und die Polizei mussten im Januar 2022 anrücken, weil es im Sanitärbereich brannte.  © Roland Halkasch

Anders als die blechernen Container für Flüchtlingsunterkünfte wie in Sporbitz sind die 62 angelieferten Module (mehr als drei Meter breit und hoch, 16 Meter lang) aus Gipskartonwänden mit integrierten Fenstern hochwertiger.

"Wenn alles fertig ist, erkennt man keinen Unterschied mehr zu einer normalen Schule", sagt Projektleiterin Christiana Stracke (31, ALHO Systembau).

Via Autokran wurden die Container (wiegen bis zu 25 Tonnen) neben- und übereinander auf drei Stockwerken platziert. Sie bieten Raum für rund 500 Schüler und Lehrer, 15 Klassenzimmer, Toiletten, Mensa.

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Dämmung, Heizung (Fernwärme), Brandschutz und Statik erfüllten moderne Standards, so Roland Flämig (59) vom Schulamt.

Im August soll der Unterricht beginnen.

Eins von 62 Modulen: Hier schwebte ein Klassenzimmer am Haken ein.
Eins von 62 Modulen: Hier schwebte ein Klassenzimmer am Haken ein.  © ALHO Systembau GmbH
Der Container-Bau ist noch eingerüstet, Ende August soll der Unterricht beginnen.
Der Container-Bau ist noch eingerüstet, Ende August soll der Unterricht beginnen.  © Petra Hornig
Blick in den künftigen Speisesaal.
Blick in den künftigen Speisesaal.  © Petra Hornig

Die Gesamtkosten betragen 11,9 Millionen Euro. Nach Umzug der Oberschule soll der Altbau saniert werden, die Gymnasiasten danach wieder darin einziehen. Die Container sollen nach spätestens zehn Jahren abgebaut, an anderen Standorten eingesetzt werden.

Titelfoto: Petra Hornig, ALHO Systembau GmbH

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