Dresden - Seit Jahren sorgt das Thema für Ärger: Im April wurde der Interimsparkplatz für Brummifahrer, die zum Hauptzollamt müssen, erneut geschlossen. Seitdem verbringen wieder zahlreiche ausländische Trucker das Wochenende am Seitenstreifen der Stauffenbergallee. Kritik kommt auch vom Ordnungsamt.
Zur Erinnerung: Eigentlich sollte das Hauptzollamt an die Washingtonstraße umziehen. Der Plan fand jedoch keine politische Mehrheit im Rathaus. Auch in Kaditz regte sich Widerstand: Anwohner befürchteten eine Brummi-Invasion und machten gegen das Großprojekt mobil.
"Nach vierjährigen ergebnislosen Diskussionen in den Gremien des Stadtrats hat das Bundesministerium für Finanzen entschieden, dieses Verfahren wegen Erfolglosigkeit zu beenden. Damit verbleibt der Zoll vorerst am jetzigen Standort", heißt es in einer aktuellen Erklärung aus dem Rathaus.
Und so herrscht freitags ab 14.30 Uhr regelmäßig Hochbetrieb vorm Amt. Bis zur Öffnung Montag um 7.30 Uhr warten die Fahrer auf ihre Abfertigung.
"Jetzt stehen die Lkw nach dem Wochenende auf der Stauffi schon bis zum Hammerweg, eine Gefahr für Leib und Leben", poltert ein Anwohner.
Fehlende Toiletten sorgen für Beschwerden
Der türkische Lasterfahrer Ümüt Aribash (48) ist zum dritten Mal in Dresden, bereitet sich am Straßenrand in Ruhe sein Mittagessen zu.
Das Problem mit den fehlenden Toiletten kennt er nur zu gut: "Es gibt Klos am Zoll, aber viele parken über einen Kilometer entfernt und gehen dann in den Busch. Das ist nicht schön."
Beschwerden der Anwohner über Verunreinigungen kann er nachvollziehen. "Aber einen Mülleimer gibt es hier ja auch nicht."
Das Ordnungsamt verweist darauf, dass das Hauptzollamt eine Bundesbehörde ist. Für die Aufstellung von Dixi-Toiletten und Mülleimern für die internationalen Brummifahrer sei deshalb der Bund zuständig.
Ein Sprecher kritisiert: "Jetzt sind wir wieder bei derselben Situation wie vor Jahren. Dass die Lkw dort stehen, hat damit zu tun, dass es keine digitalisierte Zollabfertigung gibt." Wer kommt, werde als Erster bedient.