Die Staatlichen Kunstsammlungen ehren ihren Gründer
Dresden - Heute vor 500 Jahren wurde einer der wichtigsten Herrscher Sachsens geboren: Kurfürst August (1526–1586). Sein Name ist vielen zwar weniger geläufig als der seines Ur-Ur-Urenkels August des Starken, doch ohne ihn gäbe es die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) in ihrer heutigen Form vermutlich nicht. Mit zahlreichen Veranstaltungen erinnern die SKD in diesem Jubiläumsjahr an ihren Gründungsvater.
August war nicht nur einer der einflussreichsten Fürsten seiner Zeit, sondern auch leidenschaftlicher Sammler und begeisterter Tüftler. Er interessierte sich für Astronomie, Vermessung, Gartenbau und Technik ebenso wie für Kunstwerke.
Seine Kunstkammer vereinte Elfenbeinschnitzereien, Goldschmiedearbeiten, wissenschaftliche Instrumente, Werkzeuge und andere außergewöhnliche Objekte - ein Spiegel des Wissens und der Erfindungsgabe der Renaissance.
Charakter und Struktur der nunmehr 15 Sammlungen der SKD spiegeln das vielfältige Interesse des Kurfürsten bis heute.
August war auch selbst Objekt der Kunst: Mehrere Porträts des Kurfürsten stammen aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Jüngeren.
Privat war August mit der dänischen Prinzessin Anna verheiratet. Das Paar bekam 15 Kinder, von denen allerdings nur vier das Erwachsenenalter erreichten - im 16. Jahrhundert keine Seltenheit.
SKD erinnert mit Jubiläumsprogramm an Gründungsvater
Die SKD erinnern mit einem Jubiläumsprogramm an ihren Gründungsvater. Schon das bisherige Jahr über und noch bis Dezember stellen Themenführungen im Grünen Gewölbe, in der Rüstkammer, in der Gemäldegalerie Alte Meister oder im Mathematisch-Physikalischen Salon besondere Objekte aus seinen Sammlungen vor.
Besonders lebhaft wird es im Oktober. Am 7. Oktober gewährt das Hauptstaatsarchiv Einblicke in Augusts Regierungsarbeit, zeigt von ihm verfasste Briefe sowie selbst gezeichnete Karten.
Vom 4. bis 6. Oktober veranstaltet der Mathematisch-Physikalische Salon gemeinsam mit den Universitäten Dresden, Leipzig und Münster eine internationale Tagung - im Mittelpunkt stehen neue Forschungen und Erkenntnisse zu August als Herrscher, Sammler und Wissenschaftsfreund.
Obendrein wird die Herbstausgabe der Dresdener Kunstblätter dem Renaissancefürsten ein Heft widmen.
Titelfoto: SKD, Elke Estel/Hans-Peter Klut
