Dresden - Arbeiter stellten am Dienstag vor dem Dresdner Landtag Bauzäune auf. Weite Teile des Vorplatzes können jetzt nicht mehr betreten werden. Was ist da los? Sachsens Herzkammer der Demokratie wird die kommenden Jahre am offenen Herzen operiert und um zwei Neubauten erweitert.
"Die Baustelleneinrichtung für den Neubau soll im Juni 2026 erfolgen. Dafür werden diese Woche die Bauzäune gestellt", berichtet auf TAG24-Anfrage Alwin-Rainer Zipfl, der Sprecher vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB).
Er fügt hinzu: "Der Aushub der Baugrube und Spezialtiefbauarbeiten für den Anbau sind anschließend in der zweiten Jahreshälfte vorgesehen."
Mit Anbau ist der "Riegel" auf der Wiese hinter dem Hotel Maritim gemeint. Er wird als dreistöckiges Bürogebäude zuerst gebaut. Ein Tunnel wird das Bauwerk mit dem Landtag verbinden (Bauvolumen: 73,6 Mio. Euro).
Der zweite Neubau soll im Innenhof des Landtages hochgezogen werden. Dieser "Kubus" (38,7 Mio. Euro) wird einen modernen Saal mit Besuchertribüne für Anhörungen beherbergen.
Fertigstellung der Neubauten wird vier Jahre in Anspruch nehmen
"Für die Fertigstellung der beiden Neubauten sind rund vier Jahre vorgesehen", so Zipfl.
Die Vollendung des Riegels markiert einen Meilenstein für die Sanierung des bestehenden Gebäudeensembles, denn dort sollen Abgeordnete und Verwaltung arbeiten, während der Altbau auf Vordermann gebracht wird und Büros leergezogen werden müssen.
Das SIB beauftragte bereits 2019 das Büro des Landtagsarchitekten Peter Kulka mit den Planungen für die Sanierung und Erweiterung.
Nach dessen Tod setzte seine Tochter Katrin Leers-Kulka (50) diese Arbeit im Sinne ihres Vaters fort. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Sanierung. Leers-Kulka betont: "Das Parlament muss immer arbeitsfähig sein."