Atemlos durch die Nacht - mit den DVB: Dresdens bekanntester Drei-Tage-Bart auf Bus und Bahn

Dresden - Sein Gesicht kennt wohl jeder DVB-Kunde: Der junge Mann lächelt sympathisch von Bus, Bahn und Haltestellenflächen und wirbt für die "GuteNachtLinie", mit der die Verkehrsbetriebe Nachtschwärmer zum Umsteigen animieren möchte. Das Konterfei mit dem vermutlich prominentesten Drei-Tage-Bart der Stadt gehört Bodo Beer (36), einst Männermodel, heute Personalvermittler in Dresden.

Das Gesicht von Bodo Beer (36) rollt auf Bus und Straßenbahn der DVB durch Dresden. Auch an verschiedenen Haltestellen wie am St. Pauli Friedhof wirbt das Model für die Nachtlinien der Verkehrsbetriebe.
Das Gesicht von Bodo Beer (36) rollt auf Bus und Straßenbahn der DVB durch Dresden. Auch an verschiedenen Haltestellen wie am St. Pauli Friedhof wirbt das Model für die Nachtlinien der Verkehrsbetriebe.  © Holm Helis

"Ich bin letztens mit Dir gefahren" - Sprüche wie diesen hört Bodo immer wieder. Kein Wunder: Seit sieben Jahren rumpelt und rollt sein Gesicht quer durch die Stadt, immer mit flotten Ein-Wort-Slogans versehen.

Mal mimt er dabei einen Dynamo-Fan ("Durchjubeln"), mal einen Partygänger ("Durchtanzen") oder einen Kinobesucher ("Durchstaunen").

Bei vielen dieser Motive ist er innig mit Fotopartnerin Jessica (beim Shooting 21) zu sehen. Die Bildbotschaft lautet immer: Ich hab Spaß - und die DVB bringen mich sicher nach Hause, egal zu welcher Uhrzeit.

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Zu seinem Job als lokale Werbeikone kam Bodo Beer vor sieben Jahren - und das eher per Zufall. 2015 hatten die DVB bei einem Modellwettbewerb in der Altmarkt-Galerie nach einem prägnanten Gesicht für ihre Kampagne gesucht.

Bodo: "Ich hab da einfach mitgemacht, nur so zum Spaß." Und das mit Erfolg: Der Mann mit der schlanken 1,90-Meter-Statur (damals 29) setzte sich gegen 250 Mitbewerber durch, zusammen mit Jessica, mit der er seitdem auf Bus und Bahn abfährt.

Weitere Gesichter von Bodo Beer

Willkommen daheim: Mehrmals pro Woche ist das DVB-Gesicht im Internet zu finden - als Spielemoderator Professor Disconnect.
Willkommen daheim: Mehrmals pro Woche ist das DVB-Gesicht im Internet zu finden - als Spielemoderator Professor Disconnect.  © Holm Helis
Bodo Beer bei seiner eigentlichen Arbeit: Er vermittelt Personal.
Bodo Beer bei seiner eigentlichen Arbeit: Er vermittelt Personal.  © Steffen Füssel

Bodos größter Fan ist seine Mutter

Im Mai 2015 wurde der Dresdner zum DVB-Gesicht gekürt. Seitdem rollt sein Konterfei durch die Landeshauptstadt.
Im Mai 2015 wurde der Dresdner zum DVB-Gesicht gekürt. Seitdem rollt sein Konterfei durch die Landeshauptstadt.  © Eric Münch

Schon kurz darauf begann eine aufregende Zeit. "Bei Instagram und Facebook schoss die Geschichte durch die Decke", erinnert sich der Dresdner. "Im Laufe der Jahre schickten mir Freunde ab und zu Selfies von sich und meinem Straßenbahngesicht."

Dieses schmückt nicht nur die Tram, sondern auch einen Bus, diverse Aufsteller und Haltestellen. Bodo: "Plötzlich haben sich viele Menschen bei mir gemeldet." Sein größter Fan aber ist Mama Ingrid Beer (78). Sie sammelt alle Zeitungsberichte und dokumentiert so die Entwicklung ihres Sohnes Zeile um Zeile, Foto für Foto.

Vor vier Jahren tauschte der Mittdreißiger seinen früheren Modell-Job gegen eine Anstellung bei einer Personalvermittlung. Dort lernte er auch seine Freundin Janny kennen. Die Mutter einer Viertklässlerin hatte ihren Bodo bis dahin im Straßenbild gar nicht wahrgenommen.

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"Nach der DVB-Sache habe ich Wurzeln geschlagen und Prioritäten anders gesetzt", so Bodo Beer stolz. "Dennoch würde ich es noch einmal genauso machen."

Titelfoto: Eric Münch

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