Bomben, Flut und Mangelwirtschaft: Die bewegte Geschichte des Dresdner Rosengartens

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Dresden - Ein Blütenmeer wird 90! Noch in der Nazi-Zeit entstand der Rosengarten am Neustädter Elbufer. Er überstand Krieg, DDR-Zeit und sogar das Jahrhunderthochwasser 2002. Doch die Zeit hat Spuren hinterlassen.

Das Häuschen soll Besucher vor Wind und Wetter schützen, steht schon seit den Anfängen des Rosengartens dort.
Das Häuschen soll Besucher vor Wind und Wetter schützen, steht schon seit den Anfängen des Rosengartens dort.  © Norbert Neumann

Pläne für Grünanlagen an dieser Stelle gab es lange vor 1936, erzählt Gärtnermeister und Rosen-Fan Jens Zappe. Er arbeitet seit 1987 im Rosengarten, kennt die Geschichte.

"Nachdem die Ministerien fertig gebaut waren, wollte man das Gebiet entwickeln. Dann kam der Erste Weltkrieg und die Pläne wurden auf Eis gelegt."

Erst Jahre später gingen die Planungen weiter, ab 1935 entstand der Rosengarten. "1936 war der Großteil fertiggestellt. Pünktlich zur Reichsgartenschau in Dresden", weiß Zappe.

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Das gesamte Königsufer war als grünes Gegenstück zur steinernen Brühlschen Terrasse gegenüber gedacht. Für die Nazis war der Bau zugleich eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Später hinterließen sie zerstörerische Spuren: Ein Abguss der Bronzeplastik "Genesung" wurde für Kriegswaffen eingeschmolzen.

1942 waren alle zuständigen Gärtner eingezogen. 1945 trafen Fliegerbomben auch den Rosengarten. In der kargen Nachkriegszeit züchteten Dresdner Gemüse statt Blumen.

Gärtnermeister Jens Zappe liebt den Rosengarten.
Gärtnermeister Jens Zappe liebt den Rosengarten.  © Norbert Neumann
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Eine historische Aufnahme des Gartens.
Eine historische Aufnahme des Gartens.  © Norbert Neumann
Die Grünflächen in der Mitte sollen einem Rosenstiel ähneln. Daran schließt sich ein Abschnitt in Form einer Knospe an.
Die Grünflächen in der Mitte sollen einem Rosenstiel ähneln. Daran schließt sich ein Abschnitt in Form einer Knospe an.  © Norbert Neumann
Eine Biene sammelt Pollen der Rose "Odette".
Eine Biene sammelt Pollen der Rose "Odette".  © Norbert Neumann
Diese Bronzeplastik ist ein Nachguss. Das ursprüngliche Exemplar (1936 im Rosengarten aufgestellt) landete später in der Waffenfabrik.
Diese Bronzeplastik ist ein Nachguss. Das ursprüngliche Exemplar (1936 im Rosengarten aufgestellt) landete später in der Waffenfabrik.  © imago/Sylvio Dittrich

Völlig unpolitisch blieb der Rosengarten nicht

"Sonne der Freundschaft" nennt sich diese DDR-Rosensorte.
"Sonne der Freundschaft" nennt sich diese DDR-Rosensorte.  © Norbert Neumann

Völlig unpolitisch blieb der Rosengarten im Sozialismus nicht: 1976 war er Veranstaltungsort für die Arbeiterfestspiele, wurde dafür zeittypisch umgestaltet. "Etliche unserer Rosen sind DDR-Züchtungen", erzählt Gärtnermeister Zappe. Sie heißen aus der Zeit der Mangelwirtschaft "Komet", "Sonne der Freundschaft" ...

Ab den späten 1990er Jahren wurde die Anlage rekonstruiert, dann kam das Jahrhunderthochwasser und überflutete alle Beete. "Seither kämpfen wir mit Bodenproblemen", sagt Zappe. Deshalb sieht der aufmerksame Spaziergänger auch Salvien oder Studentenblumen im Rosengarten. Sie wachsen dort, wo Rosen nicht gedeihen.

Auch Vandalismus ist ärgerlich. "Leute kommen her, um zu feiern und erleichtern sich auf den Rosen." Ein Affront gegen Garten und Gärtner.

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"Eigentlich ist das ein wunderschöner, ruhiger Ort. Aber manchmal fehlt der Respekt für unsere Arbeit", meint Jens Zappe. Er lädt am heutigen Donnerstag von 9 bis 17 Uhr zu kostenfreien Rundgängen durch den Rosengarten ein. Macht Euch selbst ein Bild!

Titelfoto: Norbert Neumann

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