Streit um Zugangsregeln: Dürfen junge Leute nur noch mit Schwimmabzeichen ins Freibad?
Dresden - Immer wieder kommen Menschen beim Baden ums Leben. 393 Todesopfer gab es letztes Jahr in Deutschland. Manche Kommunen lassen Kinder unter 16 allein nicht ins Schwimmbad - oder nur noch mit Bronzeabzeichen. Doch sächsische Schwimmbäder wollen vorerst keine strengeren Zugangsregeln.
In Verl (NRW) müssen unter 16-Jährige seit Neuestem ein Bronze-Abzeichen vorlegen, wenn sie ohne erwachsene Begleitung ins Schwimmbad wollen.
Das Abzeichen bekommt, wer 200 Meter schwimmen, zwei Meter tief tauchen und vom Ein-Meter-Brett springen kann.
Derweil will Dresden aktuell keine Bronze-Pflicht einführen.
"Wir stehen aber im ständigen Austausch mit anderen Badbetreibern, auch zu dieser Thematik, und werden gegebenenfalls bei Bedarf reagieren", erklären die Bäderbetriebe.
Eine Leipziger Stadtsprecherin betont: Wer ins Schwimmerbecken will, braucht gute Schwimmkenntnisse. "Unsere Badaufsichten haben dies jederzeit im Blick und sprechen Badegäste bei offensichtlich fehlenden Fähigkeiten darauf an."
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Seen laut DLRG-Landesgeschäftsführer in der Regel deutlich gefährlicher als beaufsichtigte Schwimmbäder
Chemnitz lässt Kinder bis 9 Jahre nur mit Begleitperson (mindestens 16 Jahre alt) ins Schwimmbad. Dort heißt es, ein Abzeichen lasse keine verlässlichen Rückschlüsse auf die aktuelle Schwimmfähigkeit zu.
"Hier könnten Besucher ausgeschlossen werden, die eigentlich schwimmfähig wären", heißt es auch aus Leipzig.
Der sächsische Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sieht schärfere Zugangsregeln durchaus als einen möglichen Beitrag, um die Sicherheit zu erhöhen. Zugleich bestehe die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche auf unbewachte Seen oder andere Freigewässer ausweichen.
"Diese sind in der Regel deutlich gefährlicher als beaufsichtigte Schwimmbäder", sagt Landesgeschäftsführer Sebastian Knabe. Diesen Aspekt sollten Kommunen bei der Entscheidungsfindung beachten.
Titelfoto: IMAGO/Christian Ender

