Dresden - Das neue Jahr begann für Julius (19) und seine Freunde blutig: Als sie einer Gruppe Teenager helfen wollten, die von Neonazis belästigt und verfolgt wurden, wurden sie zusammengeschlagen. Nun ermittelt der Staatsschutz.
Am Feldrand in der Dresdner Friebelstraße (Gostritz) hatten sich Julius und acht weitere zum Feiern verabredet.
Kurz vor 1 Uhr schlug die Stimmung plötzlich um: "Da kamen drei junge Frauen und ein Mann", sagt der Student TAG24. "Sie haben uns um Hilfe gebeten, da sie von Nazis verfolgt würden."
Tatsächlich wurde das Teenager-Quartett laut Polizei bereits im Bus von einer zehnköpfigen Gruppe belästigt, nach dem Aussteigen verfolgt. Dabei wurden auch Hitlergrüße gezeigt.
"Dann kam erst ein Mann um die Ecke, dann zwei", sagt Julius. "Dann noch ein Dritter. Ich weiß nicht, ob später noch ein Vierter dazukam."
Die Scheitel-Träger in schwarzer Kleidung wollten wissen, wo Julius und seine Freunde wohnen und ob diese "Antifa" geschrien hätten. "Dann haben sie sofort auf uns eingeschlagen", so der Student.
Jungem Mann musste der Kiefer eingerenkt werden
"Ein Freund von mir wurde auf der Straße zu Boden geschlagen, ein weiterer am Zaun, dann auf ihn eingetreten. Er hatte mehrere Brüche im Gesicht, ist mittlerweile aus dem Krankenhaus wieder heraus."
Der Rest kam mit Prellungen und Schrammen davon. Einem jungen Mann musste der Kiefer eingerenkt werden.
Der Staatsschutz hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen.
"Es wurden sieben Personen verletzt", so Polizeisprecher Lukas Reumund (48). "Bislang konnten noch keine Tatverdächtigen ermittelt werden."