121.000-Euro-Beute bei Kaufland-Einbruch: DNA-Spur führt zum Angeklagten

Dresden/Großenhain - Wird ihm ein winziger Fehler zum Verhängnis? Marco S. (48) soll am 5. September 2020 mit anderen das Dach des Großenhainer Kauflands, dann im Inneren den Geldautomaten aufgeflext haben und schließlich mit 121.750 Euro verschwunden sein. Seit Dienstag steht er dafür vor dem Dresdner Landgericht, will sich aber vorerst nicht äußern.

Wird Marco S. (48) eine DNA-Spur zum Verhängnis?
Wird Marco S. (48) eine DNA-Spur zum Verhängnis?  © Peter Schulze

Der Bruch lief äußerst professionell ab: Zwei Löcher ins Dach geschnitten, dann seilten sich zwei Personen ab, stellten einen Sichtschutz auf und öffneten den Geldautomaten.

Für einen ganz ähnlichen Einbruch stand Marco S. bereits vor Gericht, wurde allerdings freigesprochen.

Diesmal könnte das anders ausgehen: "Auf einer Trennscheibe, die wir am Tatort sicherstellten, fand sich eine DNA-Spur", so der Chefermittler vor Gericht. "Diese führte im März zu einem Exakttreffer" – dem Angeklagten in Sachsen-Anhalt.

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Danach wurden er, seine Freundin und seine Ex-Frau überwacht.

Am 3. Juni 2021 dann die Durchsuchung: Dabei fiel auf, dass Marco S. wohl nicht gern überwies.

"Er zahlte die Miete regelmäßig in bar", so der Ermittler. "Und er hatte einen Audi für 30.000 Euro in bar bezahlt. In seiner Hosentasche fanden wir 1000 Euro in bar." Ungewöhnlich, denn Marco S. lebte von Grundsicherung.

Die Beute ist bis heute verschwunden.

Diesen Trennschleifer fanden spielende Kinder nach dem Bruch in der Röder.
Diesen Trennschleifer fanden spielende Kinder nach dem Bruch in der Röder.  © Polizei
m Vorraum des Großenhainer Kauflands machten Einbrecher mehr als 120.000 Euro Beute.
m Vorraum des Großenhainer Kauflands machten Einbrecher mehr als 120.000 Euro Beute.  © Thomas Riemer
Durch das Dach hatten sich die Einbrecher Zugang verschafft.
Durch das Dach hatten sich die Einbrecher Zugang verschafft.  © Thomas Riemer

Verwandte sollen dem Angeklagten ein Alibi für die Tatnacht geben

Im Kofferraum der Noch-Ehefrau wiederum fanden sich Hinweise, dass schon die nächste Dachbruch-Aktion unmittelbar bevorstand: ein neuer Trennschleifer, eine Strickleiter und der gleiche Sichtschutz, der schon in Großenhain zum Einsatz kam.

Allerdings soll es auch Verwandte des Angeklagten geben, die demnächst bezeugen wollen, dass Marco S. in der Tatnacht auf dem Festival "Landsberg tanzt" gewesen sein soll.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Montage: Peter Schulze, Thomas Riemer

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