Er hat schon 37 Vorstrafen - Bekannter Bilderdieb soll Teebeutel geklaut haben
Dresden - Auch einer der bekanntesten Diebe Dresdens wird nicht jünger: Mit 37 Vorstrafen landete Harry N. (66) am Montag mal wieder auf der Anklagebank. Unter anderem soll er Teebeutel im Luxushotel und Wildkameras gestohlen haben.
Doch die Verhandlung musste schon vor Verlesung der Anklage ausgesetzt werden.
Schon zu DDR-Zeiten landete Harry öfter auf der Anklagebank, fährt auch regelmäßig ins Gefängnis ein. Immer wegen Diebstahls.
Selbst im Dresdner Amtsgericht hatte er sich schon ein Kunstwerk von der Wand gekrallt und war damit geflüchtet. Fast immer will er trotz eindeutiger Beweise nichts gemacht haben, gestern hatte er eine andere Ausrede.
"Ich habe einen Hörsturz", sagte er. "Ich höre nur Pfeifen und Dröhnen!" Ein anwesender Polizist bestätigte, dass das wohl schon seit Mai so wäre.
Harry N. muss zum Amtsarzt
Der Richter versuchte trotzdem zunächst mit dem Prozess zu beginnen.
Doch nachdem selbst Schreien teilweise nicht verstanden wurde und die Einverständnisklärung zur Entbindung des Arztes von der Schweigepflicht mehrere Minuten gedauert hatte, gab der Richter auf.
Wäre normalerweise auch ein schriftlicher Strafbefehl möglich gewesen, so scheiterte der an der Vita des Angeklagten.
Denn einen solchen gibt es nur für Bewährungsstrafen. Und darauf kann Harry wohl nicht mehr hoffen. Nun muss er erstmal zum Amtsarzt.
Titelfoto: Montage: Gottfried Czepluch/Imago, Ove Landgraf

