LKA ermittelt gegen Klimakleber wegen Anschlägen auf Hochsitze

Dresden - Anfang 2024 herrschte Alarmstimmung bei "Landesjagdverband Sachsen" (LJV): Im Raum Coswig und Moritzburg wurden zahlreiche Hochsitze zerstört oder beschmiert. Kurz darauf tauchte ein Bekennnerschreiben mit Bezug zur "Animal Liberation Front" (ALF) auf, das Landeskriminalamt (LKA) ermittelte. Nun kam es zu ersten Razzien gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung, die wohl der "Letzten Generation" entsprungen ist.

Die Einsatzkräfte rückten in Wohnungen in Dresden, Leipzig und Halle (Saale) an.  © xcitepress/Finn Becker

Im Jahr 2024 tauchte das Bekennerschreiben zu den ersten Aktionen auf.

Man sei eine lose organisierte Gruppe, die sich den Werten der ALF verbunden fühle: "der moritzburger wald steht in einer langen tradition der jagd in ihren unterschiedlichsten formen und dies wurde mit dem bau des jagdschlosses 1542 zementiert", heißt es in konsequenter Kleinschreibung dort.

"die angriffe auf die jagdsitze im moritzburger wald sind vielleicht nur ein tropfen auf den heißen stein, sie verhindern jedoch aktiv das weitere töten von tieren."

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In der Folge warnte der LJV seine Mitglieder, die Hochsitze vorm Betreten lieber zu kontrollieren. Zwei Jahre später griff das LKA zu, durchsuchte am Mittwoch und am Freitag Wohnungen in Dresden, Leipzig und Halle.

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Am 4. und 6. März rückte die Polizei zu den entsprechenden Wohnanschriften aus.  © xcitepress/Finn Becker
Die zerstörten Hochsitze im Großraum Dresden wurden mit dem Kürzel der "Animal Liberation Front" versehen.  © Landesjagdverband Sachsen
Henrik F. (24) war Kleben für das Klima nicht genug, er betonierte sich in Braunschweig fest.  © Letzte Generation
Jeremy A. (21) blockierte 2024 auch Straßen in Dresden.  © Ove Landgraf

Beschuldigte sind als radikale Aktivisten keine Unbekannten

Die Polizisten stellten Kommunikationsgeräte und Speichermedien sicher.  © xcitepress/Finn Becker

Die Razzia richtete sich gegen die Deutschen Christian S. (35), Hendrik F. (24), Jeremy A. (21) und Thori S. (21) sowie den Österreicher Nikolaus J. (27):

Sie sollen eine kriminelle Vereinigung mit dem Ziel der Beschädigung von Jagdeinrichtungen gebildet haben.

"So wurden im bisherigen Zeitraum vom 25. Dezember 2023 bis zum 25. Mai 2025 in insgesamt 24 Fällen 75 Jagdeinrichtungen beschädigt oder zerstört", sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt (50). "Der vorläufige geschätzte Gesamtschaden beträgt 70 000 Euro."

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Die Beschuldigten sind im radikalen Aktivismus keine Unbekannten: Christian S. und Nikolaus J. sind als Blockierer der "Letzten Generation" aufgefallen, Hendrik F. betonierte sich sogar in Braunschweig auf einer Straße fest und war bei einem Farbanschlag in Sylt dabei.

Jeremy A. wiederum beteiligte sich an mehreren Blockaden, aber auch legalen Versammlungen der "Letzten Generation" in Dresden. Wegen des laufenden Verfahrens wollte er sich gegenüber TAG24 nicht zu den Vorwürfen äußern.

Erstmeldung: 13.06 Uhr, zuletzt aktualisiert: 18.31 Uhr

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