Dresden - Musste Baby Marek (†10 Monate) sterben, weil sich Felix M. (30) beim Zocken gestört fühlte? Das vermutet die Staatsanwaltschaft. Sie wirft dem Dresdner vor, den Säugling seiner damaligen Freundin ermordet zu haben. Er war schon mal verdächtigt worden, ein Baby geschüttelt zu haben.
Vor elf Jahren sollte Felix auf seine leibliche, drei Monate alte Tochter aufpassen, danach kam sie mit Gehirnerschütterung und halbseitiger Lähmung ins Krankenhaus. Ihr Vater ließ sich später nicht als Täter nachweisen.
Geht es diesmal anders aus? Wer, wenn nicht Felix, hat dem zehn Monate alten Marek am 2. September 2025 drei Schädelbrüche und tödliche innere Verletzungen zugefügt?
Laut Staatsanwalt fühlte er sich "beim Spielen von Computerspielen gestört", misshandelte daraufhin den Kleinen.
Womöglich hat er ihn hin- und hergeschüttelt oder mehrfach heftig geschlagen. Schon am 14. August soll er Marek durch stumpfe Gewalt schwer verletzt haben.
In beiden Fällen soll er sich alleine mit dem Baby und seinen eigenen Kindern in der Wohnung seiner Freundin in Gorbitz befunden haben. Sie war arbeiten, er Bürgergeldempfänger.
Felix M. lernte Mutter von Marek auf Dating-App kennen
Um "zur Ruhe zu kommen", habe er gerne mal eine Stunde am PC gespielt, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht. Etwa Rollenspiele oder das Ego-Shooter-Spiel "Apex Legends".
Wurde das Marek zum tragischen Verhängnis? Zum Tatvorwurf selbst äußerte sich Felix M. bislang nicht. Er ist ungelernt, langzeitarbeitslos.
Als "Moderator" und mit Elektroreparaturen will er außerdem 400 bis 700 Euro pro Woche verdient haben. Wegen diverser Delikte (darunter Diebstahl und Körperverletzung) landete er bereits im Gefängnis.
Nach seiner Entlassung vor zwei Jahren lernte er im Juni 2025 Mareks Mutter über eine Dating-App kennen. Drei Monate später war Marek tot und Felix in Untersuchungshaft. Der Prozess wird fortgesetzt.