39-Jährige leidet an Multipler Sklerose: Weil sie nebenbei als Prostituierte arbeitete, stand sie nun vor Gericht

Dresden - Kerstin K. (39) aus Dresden leidet an Multipler Sklerose. Weil sie deshalb nicht arbeiten kann, kassiert die Frau seit Jahren Sozialhilfe. Das Problem: Von 2016 bis 2019 hatte sie sich laut Anklage durch Prostitution eine ganze Stange Geld dazuverdient - ohne das Amt darüber zu informieren. Am Mittwoch war der Prozess.

Das Sozialamt auf der Junghannsstraße in Dresden.
Das Sozialamt auf der Junghannsstraße in Dresden.  © Eric Münch

Eine anonyme Anzeige im Mai 2018 bescherte der gelernten Bauzeichnerin nun einen Termin vorm Amtsrichter.

Laut Anklage soll sie das Dresdner Sozialamt um stolze 16.382 Euro betrogen haben. Kerstin schwieg zunächst zu den Vorwürfen. Nach einem Rechtsgespräch zeigte sich die Angeklagte dann aber doch geständig: "Es hat Einkünfte gegeben", ließ sie über ihren Anwalt mitteilen.

Dass diese aus einer "sehr persönlichen Tätigkeit" stammen, ergebe sich aus der Anklage. Zur konkreten Höhe könnten keine Angaben gemacht werden. Das alles liege sehr lange zurück - "ist schwer nachzuvollziehen".

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Auf Nachfrage des Richters meldete sich dann auch Kerstin zu Wort: "Das waren Zuwendungen - aus finanzieller Not", erklärte die Dresdnerin. Auch heute sei ihre gesundheitliche und finanzielle Lage noch immer "katastrophal".

Sie beziehe weiterhin Sozialhilfe, sei aufgrund ihrer Erkrankung erwerbsunfähig. "Ich breche immer mal wieder zusammen."

Kerstin K. (39) musste sich wegen Betrugs vorm Amtsgericht verantworten.
Kerstin K. (39) musste sich wegen Betrugs vorm Amtsgericht verantworten.  © Franz Maler

Weil Kerstin gestand, ließ der Richter Milde walten. Das Verfahren wurde gegen eine Geldstrafe von 900 Euro erstmal eingestellt.

Titelfoto: Franz Maler

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