Von Hermann Tydecks und Sebastian Münster
Dresden - Paukenschlag beim Dixieland-Festival (10. bis 17. Mai): Der Veranstalter sagte überraschend die bei den Dresdnern beliebte sonntägliche Abschluss-Parade ab - und sieht die Schuld beim Rathaus: Das habe viel zu spät Auflagen auch zur Sicherheit übermittelt.
Die Entscheidung treffe "uns als Veranstalter genauso wie unser Publikum", teilte Festival-Sprecher Hendrik Meyer (61) mit. "Wir haben intensiv versucht, die Parade möglich zu machen."
Bereits im August vergangenen Jahres habe man bei der Verwaltung "sämtliche notwendigen Anträge eingereicht, auch mit Streckenplanung der Parade und allen erforderlichen Unterlagen". Letztlich hätten jedoch bis Ende April keine konkreten Vorgaben dazu vorgelegen, wie die Paradestrecke abzusichern sei. Erst zehn Tage vor Festivalbeginn habe man entsprechende Punkte erfahren.
Dabei geht es etwa um ausreichendes Sicherheitspersonal, Bereiche für Besucher sowie stationäre sowie mobile Sperren gegen Amokfahrten. Zusätzliche Anforderungen bei Personal und Technik ließen sich nicht binnen weniger Tage organisieren - insbesondere, da das Festival zum großen Teil durch Ehrenamtliche getragen werde, so Meyer. "Unter diesen zeitlichen Rahmenbedingungen war eine verlässliche und rechtssichere Planung der Parade nicht mehr sicherzustellen."
OB Dirk Hilbert (54, FDP) bedauerte die Absage. Das Rathaus wies am Mittwoch die Vorwürfe zurück, erkannte "kein Versäumnis", so ein Sprecher. Bei der Sicherheitsberatung am 30. April wäre es "lediglich zu einem überschaubaren Änderungsanliegen" gekommen. Man stehe weiterhin bereit, den Veranstalter zu unterstützen, dass die Parade doch noch stattfinden kann.
Konzerte sind nicht von der Absage betroffen
Unberührt von der Entscheidung blieben die zahlreichen Konzerte in Clubs, Sälen und auf Bühnen vom 10. bis 17. Mai 2026 mit Bands aus Europa, Deutschland und Dresden, heißt es weiter.
Das Dixieland-Festival findet bereits seit 1978 statt.
zuletzt aktualisiert 17.39 Uhr.