75 Prozent weniger Bestand! Wie jetzt wandernden Kröten geholfen wird

Dresden - Innerhalb von zehn Jahren ist der Kröten-Bestand in Sachsen um 75 Prozent geschrumpft.
Harald Wolf (57) war schon mit seinem Opa in der Natur. Jetzt sorgt er sich ehrenamtlich um die bedrohten sächsischen Kröten.
Harald Wolf (57) war schon mit seinem Opa in der Natur. Jetzt sorgt er sich ehrenamtlich um die bedrohten sächsischen Kröten.  © Norbert Neumann

An zehn Stellen in Dresden wurden daher insgesamt 4,3 Kilometer Zaunmaterial am Straßenrand verbaut.

Seit drei Tagen steht ein solcher Zaun auch in Altgorbitz. Hier machen ehrenamtliche Helfer vor, wie Artenschutz praktisch funktioniert.

Auf Stadtebene ist das Krötensterben längst Thema und Tierschützer Harald Wolf (57) vom NABU mehr als besorgt: "Wir beobachten eine katastrophale Lage, die sich weiter verschlechtert."

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Der Experte nennt zwei Gründe: ausgebliebener Regen und damit niedriger Grundwasserstand. Außerdem durchziehen Straßen die Lebensräume der bedrohten Quaker.

Von Mitte März bis Ende April stehen die Wanderungen zu den Laichplätzen an. Die Kröten wachen aus ihrer Winterstarre in der Erde oder in Mauerspalten auf und suchen sofort nach einem Weg ans Wasser.

In Altgorbitz müssen sie dafür die Pesterwitzer Straße überqueren.

Rückhaltebecken an der A17 wird zum Laichplatz

Dieses Rückhaltebecken an der Autobahn 17 haben sich die Kröten als Laichplatz ausgesucht.
Dieses Rückhaltebecken an der Autobahn 17 haben sich die Kröten als Laichplatz ausgesucht.  © Norbert Neumann

Ehrenamtliche Helfer sammeln hier einerseits täglich den Müll auf, an dem sich die Kröten verletzen könnten.

Andererseits sammeln sie allabendlich die Kröten am Rettungszaun in Eimern ein und tragen sie den Hügel hinauf zum Laichplatz: das Rückhaltebecken an der A17.

Was zur Aufbereitung des salzigen Autobahnwassers gebaut worden ist, dient den Kröten nun als Paarungs- und Laichplatz.

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Aber jeder kann helfen, behauptet Harald Wolf: "Wer einen Garten hat, kann einen kleinen Teich bauen." Kröten haben einen Riecher dafür.

Und er mahnt: Wenn Geschwindigkeitsbegrenzung gilt, bitte beachten! Fährt man mit seinem Auto bei 50 km/h über eine Kröte hinweg, kollabiert ihre Lunge durch den Luftzug.

Bei 30 km/h überlebt die Kröte.

Titelfoto: Norbert Neumann

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