Dresden - Mehr als 1000 Demonstranten sammelten sich Freitagabend in der Innenstadt, protestierten gegen Opfermythen und Neonazis, die sich aber nur vereinzelt in der Stadt zeigten.
Tagsüber blieb trotz angespannter Lage alles ruhig: "An den Friedhöfen und auf dem Neumarkt gab es keine besonderen Vorkommnisse", sagte Polizeisprecher Marko Laske (51).
Dabei stand vor der Frauenkirche Ex-Querdenken-Kopf Markus Fuchs (41) mit rund einem Dutzend Anhängern einer Handvoll Gegendemonstranten gegenüber. Auch an der Mahnwache von Neonazi Max Schreiber (38) blieb es den ganzen Tag über ruhig.
18.05 Uhr wiederum startete eine Demo von "Dresden wi(e)dersetzen" im Alaunpark, wuchs schnell auf mehr als 1000 Teilnehmer und zog lautstark Richtung Altstadt.
Dort wiederum entrollten Aktivisten an der Menschenkette ein Transparent "Gegen Dresdner Rotz und Wasser". "Wir prüfen hier einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz", so der Polizeisprecher.
Eine verletzte Person
Als die Demonstration aus der Neustadt auf dem Schloßplatz ankam, wurde es kurz hektisch: Neonazi-Streamer Sebastian Schmidtke (40) und Michael Brück (35) näherten sich der Demo, aus der plötzlich ein Knallfrosch flog.
"Es wurde eine Person verletzt", so Laske. "Wir ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung." Die Demonstration wurde in der Folge mehrfach gestoppt, kam letztendlich - über eine Zwischenkundgebung bei der Neonazi-Mahnwache - auf dem Altmarkt an.
"Insgesamt sprechen wir von einem friedlichen Verlauf des Einsatzes", sagt Polizeisprecher Marko Laske. "Es gibt zwei Verfahren wegen Körperverletzung und eins wegen Beleidigung."