Demo in Dresden: Widerstand gegen Aufmarsch von Neonazis geplant

Dresden - Nachdem Dresden am 13. Februar mit Musik, Begegnungen und der traditionellen Menschenkette an die Folgen von Diktatur und nationalistischer Gewaltherrschaft erinnerte, rücken am Samstag Rechtsextreme zum Jahrestag der Zerstörung der sächsischen Hauptstadt auf. Zahlreiche Menschen stellen sich ihnen in den Weg, Verkehrsteilnehmer müssen mit Einschränkungen rechnen.

Am Freitagabend versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Altmarkt zu einer Kundgebung unter dem Motto "Dresden kein Ort für Nazis".
Am Freitagabend versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Altmarkt zu einer Kundgebung unter dem Motto "Dresden kein Ort für Nazis".  © Benjamin Schön

Für Samstagvormittag (ab 10.30 Uhr) ruft das Bündnis "DresdenWi(e)dersetzen" Gegendemonstranten an mehreren Stellen in der Stadt zusammen.

Eine zentrale Kundgebung ist ab 11 Uhr auf dem Postplatz in der Altstadt geplant.

Am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach wurde Dresden bei Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber schwer zerstört. Historiker schätzen die Zahl der Todesopfer auf bis zu 25.000.

Dresden: 16.500 Euro: Kritik am "teuren" Finanz-Berater
Dresden 16.500 Euro: Kritik am "teuren" Finanz-Berater

Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen ausgenutzt, um die Schuld Deutschlands am Krieg kleinzureden.

Auch diesmal haben sie einen "Trauermarsch" angekündigt und 1000 Teilnehmer angemeldet - 2025 waren es mehr als doppelt so viele.

TAG24 hält Euch in einem Ticker über die Demonstrationen auf dem Laufenden.

14. Februar, 7.38 Uhr: DresdenWi(e)dersetzen ruft zu Gegendemonstrationen auf

Das Bündnis "DresdenWi(e)dersetzen" ruft Samstag ab 10.30 Uhr an mehreren Treffpunkten für Gegendemonstrationen gegen Rechtsextreme auf.

Ab 11 Uhr ist auf dem Postplatz in der Altstadt eine zentrale Kundgebung geplant.

Das Bündnis "DresdenWi(e)dersetzen‘" ruft zu Gegendemonstrationen gegen Rechtsextreme auf. (Archivbild)
Das Bündnis "DresdenWi(e)dersetzen‘" ruft zu Gegendemonstrationen gegen Rechtsextreme auf. (Archivbild)  © Str./dpa

13. Februar, 22.19 Uhr: Kirchenglocken zur Erinnerung

Am 13. Februar läuten traditionell gegen 22 Uhr alle Dresdner Kirchenglocken.

Das deutet auf den Zeitpunkt der ersten Luftangriffe am 13. Februar 1945 hin.

Frauenkirche: Kirchenglocken läuten am Abend zum Gedenken an das Ereignis vor 81 Jahren.
Frauenkirche: Kirchenglocken läuten am Abend zum Gedenken an das Ereignis vor 81 Jahren.  © Steffen Füssel

13. Februar, 20.43 Uhr: 5000 Menschen halten sich an den Händen

Anlässlich des 81. Jahrestages der Bombardierung Dresdens versammelten sich am Freitag knapp 5000 Menschen zu einer Menschenkette.

Wie die Stadt am Abend mitteilte, wurde die Kette von prominenten Persönlichkeiten unterstützt, darunter Polizeipräsident Lutz Rodig sowie Teammitglieder der Sportvereine HC Elbflorenz, Dresdner Eislöwen, Dresden Monarchs, Dresden Titans, DSC Volleyball und SG Dynamo Dresden.

Eine riesige Menschenkette in der Altstadt.
Eine riesige Menschenkette in der Altstadt.  © Sebastian Kahnert/dpa

13. Februar, 19.37 Uhr: Großer Protest gegen Mahnwache

Am Abend sind Demozüge zu einer Zwischenkundgebung am Dr.-Külz-Ring angekommen.

Diese soll direkt an der Mahnwache des Neonazis Max Schreiber (38) stattfinden. Danach geht es weiter zu einer Kundgebung des Netzwerks "Herz statt Hetze" auf dem Altmarkt.

Demonstranten laufen über den Dr.-Külz-Ring zum Altmarkt.
Demonstranten laufen über den Dr.-Külz-Ring zum Altmarkt.  © Thomas Türpe
"Nazis raus" ist auf Bannern am Dr.-Külz-Ring zu sehen.
"Nazis raus" ist auf Bannern am Dr.-Külz-Ring zu sehen.  © Thomas Türpe

13. Februar, 19.14 Uhr: Menschenkette - "Ich möchte ein Zeichen für Menschlichkeit setzen"

Mitten in Dresden nahmen sich wieder Tausende an den Händen und hielten inne. Warum reihten sie sich in die Menschenkette ein?

Louisa Winnig (19) war zum ersten Mal dabei. "Ich möchte ein Zeichen für Menschlichkeit setzen", sagt die Studentin.

Mehr dazu lest Ihr hier.

Louisa Winnig (19) reihte sich zum ersten Mal ein.
Louisa Winnig (19) reihte sich zum ersten Mal ein.  © Steffen Füssel

13. Februar, 19.08 Uhr: Demo am Dr.-Külz-Ring

Am Dr.-Külz-Ring formiert sich ein großer Gegenprotest.

Hunderte Menschen versammeln sich, um gegen eine Neonazi-Mahnwache zu demonstrieren.

Protest am Dr.-Külz-Ring.
Protest am Dr.-Külz-Ring.  © Thomas Türpe

13. Februar, 18.53 Uhr: Menschenmenge auf dem Weg - Pyro geworfen

Hunderte ziehen in einem Demozug über die Dresdner Augustusbrücke hin zum Altmarkt.

Die Zubringerdemo will sich mit einem weiteren Demozug auf dem Dr.-Külz-Ring vereinen. Laut Vor-Ort-Berichten wurde Pyrotechnik geworfen. Zwischenzeitlich wurde der Zug wohl aufgrund Neonazis in Höhe Residenzschloss kurzzeitig angehalten.

Hunderte laufen über die Dresdner Augustusbrücke.
Hunderte laufen über die Dresdner Augustusbrücke.  © Eric Hofmann
Auch Pyrotechnik ist laut Vor-Ort-Bericht im Einsatz.
Auch Pyrotechnik ist laut Vor-Ort-Bericht im Einsatz.  © Eric Hofmann

13. Februar, 18.10 Uhr: Zubringerdemo Neustadt in Bewegung

Die Zubringerdemo "Kein Platz für Nazis" aus der Dresdner Neustadt hat sich in Gang gesetzt.

Hunderte Menschen bewegen sich vom Alaunpark aus in Richtung Altmarkt.

Hunderte laufen vom Alaunpark aus ...
Hunderte laufen vom Alaunpark aus ...  © Eric Hofmann
... über den Albertplatz bis hin zum Altmarkt.
... über den Albertplatz bis hin zum Altmarkt.  © Eric Hofmann

13. Februar, 18 Uhr: Menschenkette in der Innenstadt

Die Menschenkette in der Dresdner Innenstadt ist mit Glockengeläut gestartet! Am Abend reichten sich zahlreiche Dresdnerinnen und Dresdner die Hände. Die Kette soll rund zehn Minuten bestehen.

Die Kette verläuft vom Theaterplatz aus über die Brühlsche Terrasse, entlang der Synagoge, der Frauenkirche, über den Altmarkt und schließlich über den Postplatz zurück zum Theaterplatz.

In der Kette: unter anderem Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (56, CDU, 3.v.l.) und Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU, 6. v.l.).
In der Kette: unter anderem Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (56, CDU, 3.v.l.) und Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU, 6. v.l.).  © Benjamin Schön

13. Februar, 17.54 Uhr: Versammlung im Alaunpark

Im Dresdner Alaunpark in der Neustadt haben sich einige hundert Demonstranten versammelt.

Zunächst wird Organisatorisches verlesen.

Versammlung im Alaunpark.
Versammlung im Alaunpark.  © Eric Hofmann

13. Februar, 17.48 Uhr: TU-Rektorin mit emotionaler Rede

Zum Abschluss des Bürgersingens hält TU Dresden Rektorin Ursula Staudinger (Versammlungsleiterin) eine hochemotionale Rede.

"Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht uns alle und wir sind heute zusammengekommen, um ein Zeichen für unsere Demokratie zu setzen", so Staudinger.

Titelfoto: Str./dpa

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