Am Elbufer wird gefeiert, doch Paul Kalkbrenner lässt Fans erst im Regen stehen
Dresden - Grauer Himmel und Dauerregen. So werden die Kalkbrenner-Fans am Samstagabend am Elbufer begrüßt. Die typischen deutschen Fußball-Trikots mit der Nummer 10, die an den Fans zu sehen sind, verschwinden nach und nach unter bunten Regencapes und Schirmen.
Schon zwei Stunden vor Konzertbeginn dröhnt Musik über die Sitzreihen. Das DJ-Duo "Lexy and K-Paul" versucht, die Stimmung zu heben, doch nur einzelne wippende Gestalten sind zu sehen.
Ab 19 Uhr kommt schon etwas mehr Bewegung in die Masse, ein paar Pfiffe sind zu hören. Doch als die Stimmungsmacher mehr als eine halbe Stunde überziehen, breitet sich spürbar Ungeduld aus.
Auch nachdem das separate DJ-Pult von "Lexy and K-Paul" abgebaut und das große Mischpult in der Mitte endlich fertig vorbereitet ist, lässt der 49-Jährige seine treuen Fans wortwörtlich im Regen stehen.
Auch laute Jubelrufe und Pfiffe, die immer wieder aufbranden, bringen Kalkbrenner nicht auf die Bühne. Irgendwo schallt es: "Paul, komm jetzt!"
Und dann endlich: Auf die Minute genau eine Stunde zu spät betritt Kalkbrenner unter dem Geschrei seiner Fans die Bühne. Ein kurzes Handheben ist der einzige Gruß, den die Zuschauer bekommen, dann beginnen die typischen Techno-Sounds über die Tribüne zu schallen. Als würde die Begeisterung der Menschen die dunklen Wolken vertreiben, stoppt auch endlich der Regen.
Mit einem seiner beliebtesten Titel "Que Ce Soit Clair" verwandelt der Star-DJ das Publikum innerhalb von wenigen Minuten in eine tanzende und jubelnde Masse. In den nächsten zwei Stunden heizt der Ostberliner die Dresdner mit altbekannten Songs wie "Cloud Rider" und "Bengang" an.
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Paul Kalkbrenner verteilt Luftküsse, aber keine Zugabe
Dass ein paar von den älteren Titeln von Songs aus dem neuen Album "The Essence" vertrieben werden, stört niemanden. Schließlich mussten die Fans ganze sieben Jahre auf neue Musik warten. "Ninety Two" und "Wonderful Life" stoßen dabei auf besonders viel Euphorie.
Gäste bringt Kalkbrenner zwar nicht mit auf die Bühne, doch mit "Dreaming On" - einem Song, der auf offiziellen Musikausschnitten von Depeche Mode basiert - sorgt der 49-Jährige für besondere Konzertmomente.
Wenn zwischen den Titeln die Begeisterung des Publikums mit Klatschen und Pfiffen laut wird, richtet Kalkbrenner seinen Dank in Form von Luftküssen an seine Fans, die dann mit noch lauterem Geschrei empfangen werden.
Am Ende ist die Stimmung so ausgelassen, dass auch der ab und zu wiederkehrende Regen keine Beachtung mehr bekommt. Als dann kurz vor Ende der bekannte Titel "Feed your Head" ertönt, grölt ausnahmslos jeder, so laut er kann, mit. Und als Kalkbrenner seinen Auftritt mit dem Hit "Sky and Sand" beendet, ist keiner mehr zu halten und die lange Wartezeit verziehen.
Typisch für den bescheidenen DJ läuft er am Ende nur einmal quer vor seinem Pult die Bühne lang und winkt zum Gruß. Noch einen Luftkuss, dann ist er weg. Auch lange anhaltende "Zugabe"-Rufe und lautes Klatschen locken den DJ nicht noch mal hervor.
Titelfoto: Montage: Steffen Füssel

