Dresden - "Wir stellen uns inhaltlich immer breiter auf, mit Klassik, Jazz und vielen anderen Genres", sagte Intendant Jan Vogler (62) vor Beginn der diesjährigen Dresdner Musikfestspiele im TAG24-Interview. Was gemeint ist, ließ sich am Pfingstwochenende sehen, als sich auch Comedy ins Programm mischte.
Schon die "Lange Nacht des Cellos" als Highlight der "Cellomania 3.0", einer Art Festival im Festival, am Sonntag sprengte, wie in den Vorjahren, Format und Erwartung.
15 Cellistinnen und Cellisten und ein Pianist und ein Orchester (das NFM Leopoldina Orchestra) machten in 24 Stücken viereinhalb Stunden Programm durch alle Stilrichtungen von Barockem (Vivaldi) bis zu Pop (Queen, Beatles).
Selbst eine Uraufführung - Hannah Ishizakis "Pool of Collective Memory" - war enthalten. Ein Fest der guten Musik und der guten Laune, auf dem Podium ebenso im Auditorium im prall gefüllten Kulturpalast.
Heiterkeit auch am Montagmittag in der ausverkauften Semperoper beim Auftritt von Pianist Joja Wendt (61) und seinem Gast Bastian Pastewka (54).
Publikum schmeißt sich bei Pastewka vor Lachen weg
Wobei der TV-Comedian erst im zweiten Teil auf die Bühne kam.
Im ersten Abschnitt präsentierte sich Wendt allein als witziger Entertainer, der gleichzeitig seine Virtuosität quer durch die Genres bewies: Jazz, Klassik, Rock, Boogie-Woogie-Improvisationen und Tango nebst lustigen Spielereien mit dem Publikum.
Pastewka sang (!) schließlich vergessene, teils absurde Schlager, von Ulrich Roski ("Du hast auf mein Kotelett genießt"), Bernd Spier oder Cissy Kraner oder den zum "Zug nach Kötzschenbroda" umgetexteten "Chattanooga-choo-choo", auch synchronisierte er spontan ein Grusel-Hörspiel mit Geräuschen.
Das Publikum schmiss sich weg vor Lachen und verwandelte die Semperoper in ein Tollhaus - herrlicher Spaß!