Es lebe das Leben! Frida-Kahlo-Tanztheater "Viva la Vida" begeistert in der Semperoper
Dresden - "Viva la Vida - es lebe das Leben!" Unter diesem Motto gibt es in der Spielzeitpause Theater in der Semperoper, Tanztheater. Das Gastspiel der Enrique Gasa Valga Dance Company ist "A Tribute To Frida Kahlo", eine Verbeugung vor der mexikanischen Maler-Ikone.
Eine Produktion von Limelight Live Entertainment, die seit vergangenem Jahr das Sommerprogramm in der Semperoper verantworten. Bisher zeigt sich ein Sinn für ebenso illustre wie tragische Frauenschicksale. 2025 verzauberte man mit dem Musical "Elisabeth" über die österreichische Kaiserin (Sissi), die einem Mordanschlag zum Opfer fiel.
Auch Frida Kahlo ist dem Tode geweiht, doch geht dem ein dramatisches Leben voran, mit Krankheit und schlimmen Verletzungen, einer so leidenschaftlichen wie verzweifelten Liebe zum Kollegen Diego Rivera, Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen (Josephine Baker, Leo Trotzki) und signifikanter Kunst.
"Viva la Vida", der Titel des Stücks, stammt letztlich von Kahlo selbst - das finale Bild der Malerin, ein Stillleben mit Melonen, trägt diese Signatur. Der Choreograf und Compagnie-Gründer Enrique Gasa Valga war viele Jahre Ballettchef des Tiroler Landestheaters, bevor er seine eigene Truppe ins Leben rief. Das Stück erlebte seine Premiere 2010, seit 2023 ist es in aufgefrischter Fassung "on tour".
Kahlos Leben wird in 14 Szenen zelebriert, siebzehn Tänzerinnen und Tänzer sind im Einsatz, vier Musiker, eine Sängerin. Das Bühnenbild zeigt den Innenhof eines Anwesens in Mexiko, links und rechts Türen, durch die die Tänzerinnen und Tänzer auf- und abtreten. Hauptsächlich im Hintergrund, manchmal im Vordergrund, agiert die von Roberto Tubaro geleitete Band.
Und was kommt danach?
Frida ist zweimal auf der Bühne. Gasa Valga übersetzt damit das berühmte Doppelselbstporträt Kahlos ins Leben. Lara Brandi und Alice Amorotti tanzen ihre Rolle, um die unterschiedlichen Charakterfacetten ihrer Persönlichkeit zu betonen. Das Tänzerische umfasst feurige Ensembleszenen wie aufregende Pas de deux und solistische Introspektion, zeichnet sich durch eine Verbindung von kraftvollen, fließenden und ausdrucksstarken Bewegungen aus.
Die Choreografie nutzt Elemente des zeitgenössischen Tanzes und des klassischen Balletts, auch des Stepptanzes, um Gefühle und innere Konflikte sichtbar zu machen. Die Bewegungen wechseln zwischen weichen, eleganten Passagen und dynamischen, energiegeladenen Sequenzen.
Getragen wird der Tanz von furioser Musik, meist lateinamerikanischen Rhythmen, hervorragend musiziert. Star des Premierenabends war Sängerin Greta Marcolongo. Fridas Leben nahm klingende Gestalt an auch in ihren Liedern - ein Genuss ganz eigener Art. Bis 26. August stehen zwölf weitere Aufführungen an (Eintritt: 29,90 und 129,90 Euro). Es lohnt sich.
Derweil ist bekannt geworden, welche Produktion kommenden Sommer in die Semperoper einziehen wird. Kein dramatisches Frauenschicksal, sondern der Hitkanon von Udo Jürgens im Musical "Ich war noch niemals in New York".
Titelfoto: Eric Münch

