Nur ein Konzert in der Rinne geplant: Dresden bremst sich selbst aus
Dresden - Viermal Rammstein, zweimal AC/DC, 01099: Es waren große Shows, die Hunderttausende in die großartige "Rinne" am Ostragehege lockten. Bis die Stadt mit umstrittenen Beschlüssen das Feiern vor Ort einschränkte. 2026 erwartet die Dresdner mit den Toten Hosen nur ein Konzert dort. Hat sich Dresden den eigenen Standort versaut?
"Dass 2024 hinsichtlich der Anzahl an Großveranstaltungen in der RINNE ein Ausnahmejahr war, das nur schwer zu wiederholen ist, war von Anfang an klar", so Stadtsprecher Daniel Heine zu TAG24.
Schließlich finde nicht jedes Jahr eine Fußball-EM statt, die deutschlandweit große Stadien belege. "Grundsätzlich gelten für Großveranstaltungen 2026 aber die gleichen Rahmenbedingungen wie 2024."
Zur Erinnerung: Entsprechend des "Bundesimmissionsschutzgesetzes" darf die Rinne nur fünfmal pro Saison in voller Auslastung (80.000 Zuschauer) bespielt werden.
Das erreichten 2023 und 2024 alle Bands - doch schon vergangenes Jahr spielten Cro und 01099 vor weniger Menschen. "Die Entscheidung, in welcher Stadt Künstler auftreten, treffen die Veranstalter", so Heine weiter.
Ticketverkäufe gehen spürbar zurück
Tatsächlich war auch aus der Dresdner Messe zu hören (für die Vermarktung der Rinne zuständig), dass etwa Rammstein nur nach Dresden kamen, weil Leipzig durch die EM ausgebucht war.
Veranstalter würden sich etwa lieber für ein ausverkauftes Harbig-Stadion (Platz für 32.000 Zuschauer) entscheiden, als für eine halb volle Rinne.
Und: Durch Inflation und Wirtschaftskrise gingen auch die Ticketverkäufe spürbar zurück. Offenbar hat sich Dresden also nicht mit den Regeln überschätzt. Sondern mit der (Konzert-)Location selbst.
Titelfoto: B.Bischoff/Max Gärtner
