"Reif für die Insel": Neue Ausstellung beleuchtet Lust und Last des Reisens

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Dresden - Ob mit Flugzeug, Schiff oder Auto: Reisen ist für viele fester Bestandteil eines erfüllten Lebensstils. Das Dresdner Verkehrsmuseum lädt deshalb ab Freitag Camper-Fans, Insel-Liebhaber und Flugzeug-Kritiker ein, sich der Frage zu stellen, "warum wir eigentlich reisen". Dabei wirft die Ausstellung "Reif für die Insel" nicht nur einen Blick auf die historischen Entwicklungen, sondern auch auf die negativen Seiten.

Die Besucher können inmitten eines Strandes der Frage nachgehen, wie sich dieser im Laufe der Zeit vom Ort der Angst zum Sehnsuchtsort entwickelt hat.
Die Besucher können inmitten eines Strandes der Frage nachgehen, wie sich dieser im Laufe der Zeit vom Ort der Angst zum Sehnsuchtsort entwickelt hat.  © Thomas Türpe

"Wir haben schon damals in den Gesprächen zu den neuen Ausstellungs-Themen in der Mitarbeiter-Runde mitbekommen, wie sehr 'Reisen' polarisiert und haben gemerkt, dass es auch unsere Zielgruppe interessieren könnte", erklärt Museums-Chef Michael Vogt (56).

Wertungen von Reiseformen wie Kreuzfahrt oder Flugzeug seien trotzdem Fehlanzeige:

"Wir sind bei den Darstellungen faktisch geblieben. Haben aber versucht, dabei Humor einzubringen. Also so etwas wie: 'Auf der 'Mein Schiff 6' werden durchschnittlich 2800 Eier pro Tag verbraucht'", betont Abteilungsleiterin Sibylle Gluch.

"'Reisen' ist ein Thema, das immer wieder Schlagzeilen macht, positiv wie negativ. Außerdem ist es wirtschaftlich interessant", so Abteilungsleiterin Sibylle Gluch.
"'Reisen' ist ein Thema, das immer wieder Schlagzeilen macht, positiv wie negativ. Außerdem ist es wirtschaftlich interessant", so Abteilungsleiterin Sibylle Gluch.  © Thomas Türpe
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Anhand der "Mein Schiff 6" werden die Schattenseiten, aber auch Vorteile von Kreuzfahrt-Reisen beleuchtet.
Anhand der "Mein Schiff 6" werden die Schattenseiten, aber auch Vorteile von Kreuzfahrt-Reisen beleuchtet.  © Thomas Türpe

Reiseprozess im Verkehrsmuseum

Nur ein "Selfie" entfernt: Ob Sonnenuntergang am Strand oder mitten in den Bergen. An dieser interaktiven Station können die Besucher sich in den Urlaub träumen, weiß Kurator Maximilian Dümler (34).
Nur ein "Selfie" entfernt: Ob Sonnenuntergang am Strand oder mitten in den Bergen. An dieser interaktiven Station können die Besucher sich in den Urlaub träumen, weiß Kurator Maximilian Dümler (34).  © Thomas Türpe

Aufgebaut ist die Ausstellung wie ein Reiseprozess:

"Wir beginnen mit den Vorbereitungen für die Reise, dann folgen Aufbruch und Motivation. Aber es wird auch historisch und politisch. Wie hat sich zum Beispiel das Recht auf Urlaub durchgesetzt? Das letzte Kapitel ist dann die Heimkehr", so Kurator Hans Schulze (33).

Außerdem wird anhand lokaler Attraktionen wie der Müglitztalbahn verdeutlicht, wie "mit dem Bau der Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts der Wintersport im Erzgebirge zu florieren begann", weiß Kurator Maximilian Dümler (34).

Mithilfe von historischen Relikten werden die Entwicklungen von "Reisen" und "Urlaubmachen" dargestellt.
Mithilfe von historischen Relikten werden die Entwicklungen von "Reisen" und "Urlaubmachen" dargestellt.  © Thomas Türpe
Während das Recht auf Reisen heutzutage für viele selbstverständlich ist, wurde es sich in der Vergangenheit hart erkämpft. So wurde das Bundesurlaubsgesetz erst 1963 eingeführt.
Während das Recht auf Reisen heutzutage für viele selbstverständlich ist, wurde es sich in der Vergangenheit hart erkämpft. So wurde das Bundesurlaubsgesetz erst 1963 eingeführt.  © Thomas Türpe

Gespickt ist die Ausstellung mit interaktiven Stationen wie einer "Hängematten"-Erholungsoase, "Koffer-Tetris" oder XXL-Memory, das Urlaubsorte im Laufe der Jahre zeigt. Infos: verkehrsmuseum-dresden.de.

Titelfoto: Thomas Türpe

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