"Retro-Helden des Ostens": Das hat es mit der Ausstellung im Elbepark auf sich

Dresden - Die Deutsche Lufthansa feiert in diesem Jahr 100. Geburtstag. In der DDR existierte das Luftfahrtunternehmen nur knapp neun Jahre - von 1955 bis 1963. Aus dieser Zeit stammt auch eine seltene Werbefigur - eine langbeinige Stewardess mit kastanienrotem Haar. Sie ist, zusammen mit über 250 weiteren Maskottchen, vom 23. April bis 2. Mai im Dresdner Elbepark in der Ausstellung "Retro-Helden des Ostens" zu sehen.

Sammler Torsten Meisel (60) zeigt ab 23. April Telelotto-Otto, Interflug-Puppe, Messemännchen & Co. im Elbepark.  © Katrin Koch

Die Schau zeigt DDR-Werbefiguren aus der wahrscheinlich weltweit größten Sammlung des Dresdner Unternehmers Torsten Meisel (60). Zu seinen mehr als 900 Figuren zählen Kult-Maskottchen wie der Minol-Pirol, das Messemännchen und der Telelotto-Otto.

Zu jeder Figur kann Torsten Meisel eine Geschichte erzählen - auch zur Stewardess der Lufthansa. "Kaum jemand erinnert sich noch, dass es die Lufthansa in der DDR - wenn auch nur kurz - überhaupt gab.

Sie existierte nur bis zum Markenrechtsstreit mit der westdeutschen Lufthansa AG und wurde 1963 endgültig liquidiert. Parallel wurde die ostdeutsche Airline schon 1958 schrittweise in die Interflug umgewandelt", weiß Meisel.

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"Doch es gab sogar Lufthansa-Rundflüge über Dresden", zeigt Meisel eine Urlaubspostkarte. Die Airline flog außerdem auf der Route Erfurt - Karl-Marx-Stadt - Dresden, hob ab Klotzsche nach Berlin ab.

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Eine Maschine der Deutschen Lufthansa der DDR 1957 auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.  © Berliner Verlag/Archiv
Die Postkarte illustriert den Lufthansa-Rundflug über Dresden.  © Foto Koch
Das DDR-Lufthansa-Maskottchen: Eine langbeinige Stewardess wirbt für die kurzlebige Airline.  © Foto Koch
Der Minol-Pirol gehört wohl zu den bekanntesten Werbefiguren der DDR.  © Holm Helis

Meisel versucht täglich vor Ort zu sein

Blick in die Sammlung von Torsten Meisel mit über 900 Figuren.  © Holm Helis

Ab Leipzig wurde gar ein Flug nach Stockholm angeboten - bezeichnenderweise unterstanden die Ostflieger dem Ministerium des Inneren.

Noch viel mehr Kurioses kann Meisel erzählen - aus den VEBs und Kombinaten, die seine Maskottchen verkörpern. "Deshalb ist die Schau auch keine Eintagsfliege, sondern wird in den nächsten Jahren fortgesetzt", verspricht Centermanager Gordon Knabe.

Und Meisel versichert: "Während der Ausstellung versuche ich, täglich von 14 bis 16 Uhr vor Ort zu sein." Vielleicht bringt ein Besucher auch eine Werbefigur mit, die Meisel noch in der Sammlung fehlt.

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Etwa den Kriminalkater Kurt, den tierischen Detektiv von Radio DDR oder den Datenverarbeitungs-Roboter Robby Soemtron aus Sömmerda.

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