Warum so viele Dresdner die Kläranlage stürmen

Dresden - Blauer Himmel, Musik, Bratwurst und Kaltgetränke. Was sich nach einem Stadtteilfest anhört, war tatsächlich ein Tag der offenen Tür im Klärwerk Kaditz.

Das sprudelnde Belebungsbecken zog am heutigen Sonntag neugierige Blicke auf sich.
Das sprudelnde Belebungsbecken zog am heutigen Sonntag neugierige Blicke auf sich.  © Holm Helis

Doch warum ziehen Dresdner bei sommerlichen Temperaturen am heutigen Sonntag das Abwasser dem Freibad vor?

Für Familie Trenkler ist die Sache klar. "Es dient der Aufklärung", sagt Papa Felix (41) schmunzelnd. Er und Frau Laura (40) waren das letzte Mal vor vier Jahren auf der Anlage. "Wir freuen uns auf gute Musik und die Kinder sich auf die Tour", sagt die zweifache Mama mit Blick auf den interessierten Nachwuchs.

Der gutbesuchte Rundgang über die Kläranlage ist interaktiv. An mehreren Dutzend Standorten auf dem Gelände zeigt das Fachpersonal den Besuchern verschiedenste Schritte der Abwasserreinigung. Sehr authentisch wirkt der Geruch, der aber nur in der Rechenanlage besonders auffällt.

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Hier kommen jährlich 2600 Tonnen an ausgesiebten Rückständen zusammen: Feuchttücher, Hygieneartikel, Lebensmittel. Die werden in einer grauen Masse später zu Brennstoff verarbeitet.

Für jedes Alter was dabei: Martin Schubert (40) erklärt Töchterchen Luisa (2) die Entfernung eines steckengebliebenen Haufens.
Für jedes Alter was dabei: Martin Schubert (40) erklärt Töchterchen Luisa (2) die Entfernung eines steckengebliebenen Haufens.  © Holm Helis
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Frank Männig (63, Leiter Kanalnetzbetrieb) erklärt dem Publikum die Funktionsweise eines Regenüberlaufbeckens.
Frank Männig (63, Leiter Kanalnetzbetrieb) erklärt dem Publikum die Funktionsweise eines Regenüberlaufbeckens.  © Holm Helis

Dresden: Klärwerk-Mitarbeiter hoffen auf neue Kollegen

Auf dem Dach des Regenüberlaufbeckens steht seit 20 Jahren eine große Photovoltaik-Anlage. "Unser Werk kann mittlerweile 85 Prozent seines Energiebedarfs selber decken", erklärt Frank Männig (62), Leiter Kanalnetzbetrieb.

Mit dem großen Andrang verbinden die Mitarbeiter aber auch die Hoffnung, Interesse bei potenziellen Kollegen zu wecken - Stichwort Fachkräftemangel. Männig: "Die Zahl der Bewerber ist in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen."

Titelfoto: Holm Helis

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