Butik Dresden schließt, auch Möbelhaus macht dicht: Das sagt der Filialleiter dazu

Dresden/Klipphausen - Nach 23 Jahren gehen hier in wenigen Monaten die Lichter aus: "Möbel Wikinger" schließt seinen Standort in Klipphausen. Auch die dazugehörige Butik in der Dresdner Neustadt mit einem kleineren Sortiment wird dichtgemacht.

Möbel "Wikinger" an der Schwabacher Straße in Klipphausen stehen die letzten Monate bevor.
Möbel "Wikinger" an der Schwabacher Straße in Klipphausen stehen die letzten Monate bevor.  © Petra Hornig

Schweren Herzens muss Filialleiter Laurits Johansen (24) spätestens am 31. Mai die Schlüssel der 3000 Quadratmeter großen Halle abgeben, die sich in einem Gewerbegebiet unweit der A4 befindet. "Unsere gesamte Ausstellung wird - wie auch in der Butik - abverkauft", sagt der junge Chef.

Die Schließung resultiere vor allem aus der Wilsdruffer Autobahn-Baustelle mit einer zweimaligen Teil- oder Vollsperrung der Anschlussstelle über einen längeren Zeitraum in den vergangenen zwei Jahren. "Dadurch haben wir einen erheblichen Verlust an Kundenfrequenz verzeichnet, weshalb die Auftragseingänge deutlich zurückgegangen sind."

Auch hätten die gedämpfte Konsumlaune sowie die Neuverhandlung von Verträgen die wirtschaftliche Situation erheblich belastet.

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"Wie es für die Mitarbeiter zukünftig weitergeht, können wir leider noch nicht sagen", so Johansen. In Klipphausen seien derzeit elf Personen in Vollzeit beschäftigt. In Dresden seien drei Angestellte betroffen.

Auch die Butik an der Hauptstraße in Dresden stellt den Betrieb ein.
Auch die Butik an der Hauptstraße in Dresden stellt den Betrieb ein.  © Thomas Türpe
Es läuft derzeit ein Räumungsverkauf.
Es läuft derzeit ein Räumungsverkauf.  © Thomas Türpe
Filialleiter Laurits Johansen (24) zufolge setzte die Wilsdruffer Autobahn-Baustelle dem Unternehmen stark zu.
Filialleiter Laurits Johansen (24) zufolge setzte die Wilsdruffer Autobahn-Baustelle dem Unternehmen stark zu.  © Petra Hornig

Ankündigung der Schließung auf Facebook

Klipphausens Bürgermeister bezeichnet Rückzug als "schweren Einschnitt" für Gemeinde

Der Klipphausener Bürgermeister Mirko Knöfel (41) bedauert die Entscheidung.
Der Klipphausener Bürgermeister Mirko Knöfel (41) bedauert die Entscheidung.  © Norbert Neumann

Wann genau der letzte Verkaufstag für beide Standorte sein wird, muss laut Filialleiter Johansen noch entschieden werden.

Feststeht für ihn hingegen, dass er nach Dänemark zurückkehren wird. "Dort möchte ich einen beruflichen Neustart wagen, aber wahrscheinlich in derselben Branche bleiben."

Für Klipphausen ist der Rückzug von "Möbel Wikinger" ein herber Verlust. "Ihr wart über viele Jahre ein prägender Bestandteil unserer lokalen Versorgungsstruktur und ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort", schreibt Bürgermeister Mirko Knöfel (41) in den sozialen Netzwerken.

Wann der Abverkauf endet, ist noch unklar.
Wann der Abverkauf endet, ist noch unklar.  © Petra Hornig

Die Schließung sei daher ein "schwerer Einschnitt" für die Gemeinde und bedeute einen "spürbaren Verlust" für viele Kunden aus der Region.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Petra Hornig

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