Dresden - Auf los geht's los: Infineon startet in drei Wochen die Produktion in der neuen Smart Power Fab in Dresden. Das ist drei Monate vor dem geplanten Bauende. Die Chefetage spricht von einem "Leuchtturmprojekt für Europa".
Seit dem Spatenstich Anfang Mai 2023 vergingen gerade einmal drei Jahre bis zur Fertigstellung - ein in Deutschland seltener Vorgang. Das hohe Tempo veranlasste Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) bei einem Baustellenbesuch zu der scherzhaften Frage, ob Infineon nicht auch gleich den Ersatzbau für die eingestürzte Dresdner Carolabrücke errichten wolle.
Die Fakten zum Bau sind beeindruckend. Rund 450.000 Kubikmeter Erde wurden für das neue Werk ausgehoben - Infineon vergleicht die Menge mit dem Fassungsvermögen von 180 olympischen Schwimmbecken. Insgesamt wurden 35.000 Tonnen Stahl verbaut - nach Werksangaben entspricht das fünf Eiffeltürmen - und 150.000 Kubikmeter Beton.
Das Werksgebäude ragt über 40 Meter in die Höhe und 22 Meter in die Tiefe. Der Reinraum hat auf zwei Etagen eine Fläche von etwa drei Fußballfeldern. Die Fabrik wird zu 100 Prozent mit grünem Strom betrieben.
"Wir verzichten komplett auf Erdgas. Wir nutzen Industriewasser anstelle von Trinkwasser", sagt Produktionsvorstand Alexander Gorski (53).
Infineon in Dresden als "Leuchtturmprojekt" für Europa?
Er spart auch sonst nicht mit Superlativen und spricht von einem "Leuchtturmprojekt" für Europa, Deutschland und die Region Dresden.
Die Kosten liegen bei rund fünf Milliarden Euro, eine knappe Milliarde davon steuerte die öffentliche Hand bei. Fünf Milliarden Euro soll auch das Umsatzwachstum betragen, das die neue Fab in Dresden beisteuert.
Aktuell macht Infineon weltweit einen Umsatz von rund 16 Milliarden Euro.