Machtkampf am Elbhang: Neue Details zum Investoren-Angebot fürs Lingnerschloss
Dresden - Eine Dresdner Investorengruppe will den Millionären Oliver Kreider (60) und Thomas Bohn (58) das Erbbaurecht fürs Lingnerschloss streitig machen. Jetzt bringt sie sich mit einer eigenen Internetseite und weiteren Details in Stellung.
Vor einem Monat veröffentlichten die möglichen Lingnerschloss-Betreiber Kreider und Bohn ihre Seite "lingner-forum.de".
Nun kontern ihre Konkurrenten: Unter "lingnerschloss.org" verspricht die Investorengruppe (bestehend aus 15 Dresdner Unternehmern) eine "bürgerschaftliche, gemeinnützige Lösung" fürs Lingnerschloss.
Das Schloss soll "ganzjährig" und "ohne saisonale Schließzeiten" offen sein. Bestehende Formate wie das Clubkino, Konzerte und Lesungen bleiben, ebenso das Gastro-Angebot.
Im Sommer könnte die Dachterrasse für Yoga oder Pilates genutzt werden (ähnlich dem Vorschlag von Kreider/Bohn), im Winter ein Weihnachtsmarkt ("Dresdner Winterwelten") das Schloss beleben.
Investoren wollen alle Zielgruppen ansprechen
"Alle Räume des Schlosses sollen täglich öffnen und einer Nutzung zugeführt werden", sagt Carsten Dietmann (63, Ex-Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, zu der auch TAG24 gehört).
"Über den gesamten Tag sollen Veranstaltungen stattfinden. Wir wollen alle Zielgruppen ansprechen. Menschen verschiedener Altersgruppen, Unternehmen, Sportvereine", so Dietmann.
Firmenveranstaltungen sollen stabile Einnahmen bringen, Gewinne ausschließlich dem Schloss zugeführt werden. Prokurist Patrick Kolbe (45): "Wir bieten der Stadt an, diese Konzepte auch verbindlich zum Vertragsgegenstand zu machen und würden bei grobem Verstoß auch ein Sonderkündigungsrecht anbieten."
Doch dafür müsste der Stadtrat am 3. September erst einmal beschließen, das Erbbaurecht nicht an Oliver Kreider und Thomas Bohn zu vergeben.
Titelfoto: Montage: Ove Landgraf, Steffen Füssel

