Dresden - Millionenverluste pro Hitzetag? Ein Dresdner Wirtschaftsexperte gibt Entwarnung.
Die zunehmende Hitze ist nach Einschätzung des Vize-Chefs des Ifo-Instituts Dresden, Joachim Ragnitz (64), keine Gefahr für die Wirtschaft. "Die Effekte sind vernachlässigbar", sagte der Wirtschaftswissenschaftler.
Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Produktivität können seiner Einschätzung nach ausgeglichen werden.
Laut einer Studie des Beratungsinstituts Prognos im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales kostet ein einzelner Hitzetag, also ein Tag mit mindestens 30 Grad Celsius, die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro, knapp 97 Prozent davon wegen sinkender Produktivität.
"Das klingt erst mal wahnsinnig viel", sagte Ragnitz. Gemessen am jährlichen Bruttoinlandsprodukt seien das aber nur 0,01 Prozent. Auf lange Sicht hält Ragnitz Arbeitsschutzmaßnahmen für angebracht.
Für die Arbeit im Büro seien Klimaanlagen das Mittel der Wahl, in Branchen wie dem Straßenbau könne man die Arbeitszeiten verschieben und wie in Spanien lange Mittagspausen machen, dafür aber früher anfangen oder später aufhören.