Streit ums Lingnerschloss: Terrassen-Betreiber soll bis Ende Juli ausziehen

Dresden - Der Streit ums Lingnerschloss wird vor allem hinter den Kulissen erbittert geführt. Nun soll der bestehende Gastrobetrieb bis Ende Juli ausziehen. Dabei steht noch nicht mal fest, ob der Stadtrat dem Verkauf an die beiden reichen Investoren Thomas Bohn (58) und Oliver Kreider (60), genannt "Sonnenkönig von Radebeul", Anfang September zustimmen wird.

Zur Hochsaison über 1000 zahlende Gäste pro Tag: Das Schloss mit den Lingnerterrassen ist bei Touristen und Einheimischen beliebt.  © Ove Landgraf

Die Lingnerterrassen mit Biergarten (insgesamt bis zu 400 Plätze) direkt am Schloss mit tollem Blick auf Elbe und Stadt werden nicht vom Förderverein betrieben, der 2023 pleite gegangen war. Zu dieser Zeit hatte es auch Streit um Mietzahlungen des Gastrobetriebes gegeben, der wiederum selbst im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste.

Der Betrieb lief weitgehend weiter, seit einem Jahr führt Vladyslava Grundmann (32) die Geschäfte. Ihr Mann Philipp Grundmann (33) ist Gesellschafter sowie, wie bereits zuvor, auch Carsten Dietmann (63), Ex-Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, zu der auch TAG24 gehört.

Der Mietvertrag mit der Gastro läuft planmäßig Ende Juli aus. Allerdings habe die Insolvenzverwaltung eine Verlängerung bis Mitte September in Aussicht gestellt, bis geklärt ist, ob die Übernahme durch die neuen Investoren überhaupt zustande kommt, schildert Dietmann.

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"Stattdessen wurden wir jetzt aufgefordert, bis 31. Juli alles zu räumen. Mitten in der Hochsaison. Das ist unverantwortlich gegenüber den Dresdnern. Die Investoren wollen so Druck auf den Stadtrat ausüben, damit der zum Verkauf nicht mehr 'Nein' sagen kann", so der 63-Jährige.

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Toller Blick auf die Stadt: Werden ihn Dresdner auch noch in 30 Jahren so genießen können?  © Ove Landgraf
Lingnerterrassen-Mitgesellschafter Carsten Dietmann (63).  © Thomas Schlorke

Gastro-Team der Lingnerterrassen hofft auf Lösung

Teils schon seit 2009 dabei: Das Gastro-Team der Lingnerterrassen (mit Biergarten) soll bis Ende Juli das Feld räumen.  © Ove Landgraf

"Das finde ich moralisch verwerflich. Man spielt damit auch mit den Schicksalen der Mitarbeiter", sagt Lingnerterrassen-Geschäftsführerin Grundmann.

"Wir haben 41 Kräfte, die teils seit 2009 hier am Schloss dabei sind. Viele haben sich während der Insolvenz und des Wirbels in den vergangenen Jahren aufgeopfert, sogar teils unentgeltlich gearbeitet. Wir müssten jetzt eigentlich allen kündigen, hoffen aber noch auf eine Lösung", sagt sie. "Wenn wir räumen müssten, könnte der Gastro-Betrieb hier so nicht mehr aufrecht erhalten werden."

Laut Insolvenzverwalter "laufen bereits Gespräche zwischen der Insolvenzverwaltung und Gastronomen, die für die kurze Übergangszeit mindestens die Außengastronomie übernehmen würden", teilte ein Sprecher am Abend mit. "Eine Überlassung der Kücheneinrichtung für Innen- und Außengastronomie (gegen Kaufpreiszahlung) würde diesen Betrieb natürlich erleichtern." Eine entsprechende Anfrage an den Betreiber sei bislang nicht beantwortet worden.

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Die Investoren selbst wollen sich dem Vernehmen nach in den nächsten Tagen zu Wort melden.

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