Zwei Jahrzehnte in der Robotron-Tradition: Das Geheimnis von Silicon Saxony

Dresden - Geburtstag einer Erfolgsstory: Donnerstag feierte der Branchenverband Silicon Saxony 20-jähriges Bestehen - nobel im Bilderberg Bellevue Hotel Dresden. Der vom kalifornischen "Silicon Valley" abgeleitete Name steht heute für Spitzenforschung, Technologie, Qualität und Power in Sachsen. Und früher? Ein Rückblick zur Feier des Tages.

Der Kern der Mikroelektronik-Industrie im Silicon Saxony sind Mikrochips. Mehrere zusammengenommen sehen aus wie eine riesige CD, heißen "Wafer" und sind sehr empfindlich (deshalb der Schutzanzug).
Der Kern der Mikroelektronik-Industrie im Silicon Saxony sind Mikrochips. Mehrere zusammengenommen sehen aus wie eine riesige CD, heißen "Wafer" und sind sehr empfindlich (deshalb der Schutzanzug).  © Eric Münch

Als Bosch vor drei Jahren seine Pläne für eine neue Halbleiterfabrik ankündigte, schlug das nicht nur in Sachsen ein wie eine Bombe. Dresden statt Singapur, wow!

Ein Grund für die Entscheidung sei auch das starke Netzwerk des Branchenverbands Silicon Saxony gewesen, heißt es von dem als Verein organisierten Verband selbstbewusst.

Die Anfänge waren dagegen eher bescheiden: Im Jahr 2000 treten 35 regionale Firmen im Bereich Mikroelektronik für einen Messeauftritt in München gemeinsam auf. Noch im selben Jahr gründen 20 sächsische Unternehmen den Verein Silicon Saxony.

Steinwürfe, Blockaden, Rangeleien: So lief Björn Höckes Auftritt in Dresden
Dresden Politik Steinwürfe, Blockaden, Rangeleien: So lief Björn Höckes Auftritt in Dresden

Die Halbleiterhersteller Siemens (seit 1994, später Infineon) oder AMD (später Globalfoundries) sind damals schon am Start.

Aber das Mikroelektronik-Cluster Dresden ist wesentlich älter und hat spätestens seit den 70er Jahren Gewicht – verbunden mit Namen wie Zentrum Mikroelektronik Dresden (ZMD), Robotron oder VEB Elektromat.

So funktioniert das Silicon-Saxony-Netzwerk

Die neue Chipfabrik von Bosch ist das jüngste Renommierprojekt der Branche in Dresden.
Die neue Chipfabrik von Bosch ist das jüngste Renommierprojekt der Branche in Dresden.  © Robert Michael/dpa

In der Branche geht es nicht immer nur bergauf. Als der Chiphersteller AMD Ende der 2000er schwächelt, kommt es zu Entlassungen und Kurzarbeit.

Krise bedeutet aber auch immer Chance. Das diese Woche eröffnete Amazon Forschungszentrum geht im Kern letztlich auf die damals abgewickelte Forschungsabteilung von AMD zurück.

Heute ist Silicon Saxony mit rund 350 Mitgliedern das größte Hightech-Netzwerk Sachsens. Und wie funktioniert das?

Dresden: Nach Mega-Blackout in Dresden: Noch immer haben Firmen mit den Folgen zu kämpfen
Dresden Lokal Nach Mega-Blackout in Dresden: Noch immer haben Firmen mit den Folgen zu kämpfen

Unter anderem so: "Aktuell möchte jemand eine ganz dünne Wolframfolie haben und wir versuchen dann, die richtigen Partner zu finden", sagt Geschäftsführer Frank Bösenberg. So verbindet der Verein Unternehmen, Hochschulen, Forschungsinstitute und branchenrelevante Start-ups.

Nicht nur in Sachsen, sondern bis hin nach München, Hamburg oder Sizilien. Der Erfolg gibt Silicon Saxony recht. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Genauigkeit und Qualität werden bei der Chipproduktion im Silicon Saxony besonders großgeschrieben.
Genauigkeit und Qualität werden bei der Chipproduktion im Silicon Saxony besonders großgeschrieben.  © Oliver Killig

Wird Gigant "Intel" Dresdens nächster Hit?

Das wäre ein echter Hammer: Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel hat Interesse an einem Produktionsstandort in Dresden angemeldet.

"Wir führen Gespräche", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) am Dienstag in Dresden. Nach TAG24-Informationen sind die Verhandlungen aber noch im Anfangsstadium.

Gegründet im Jahr 1968, brachte Intel 1971 den weltweit ersten Mikroprozessor auf den Markt. Heute ist der Konzern weltweit führend bei Computerprodukten. In Europa produziert Intel bisher nur in Irland.

In Deutschland engagiert sich der Konzern mit Instituten in Braunschweig, Ulm und Saarbrücken vor allem in der Forschung.

Titelfoto: Eric Münch

Mehr zum Thema Dresden Wirtschaft: