Alle Bahnen stehen still: Warum die Fahrer in Dresden heute streiken

Dresden - Stillstand in Dresden: Wegen bundesweiter Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi fahren am Freitag in der Landeshauptstadt keine Straßenbahnen und kaum Busse der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).

DVB-Kombi-Fahrer Kai-Oliver Schmidt (26) streikte für mehr Sicherheit in der Anstellung und für bessere Bedingungen.
DVB-Kombi-Fahrer Kai-Oliver Schmidt (26) streikte für mehr Sicherheit in der Anstellung und für bessere Bedingungen.  © Stefan Häßler

Der Großteil der Fahrten fällt aus, nur einzelne Sonderverbindungen (Shuttle-Busse für Fußball- und Eishockey-Fans) sind unterwegs.

Hintergrund sind die festgefahrenen Verhandlungen zum Tarifvertrag im öffentlichen Nahverkehr: "Es ist zu einfach zu sagen, wir wollen weniger arbeiten und mehr Geld. Wir wollen unsere Arbeitsplätze vor Sparmaßnahmen retten und eine faire Bezahlung auch im Bundesvergleich", sagt Kai-Oliver Schmidt (26) vor der DVB-Zentrale in Trachenberge.

Der Kombifahrer hält es für "völlig absurd, dass Kollegen in anderen Bundesländern teilweise das Dreifache verdienen für dieselbe Arbeit."

Achtung, Umleitung: Diese DVB-Linien fahren teilweise anders
DVB - Dresdner Verkehrsbetriebe Achtung, Umleitung: Diese DVB-Linien fahren teilweise anders

Der Nahverkehr sei seiner Ansicht nicht darauf ausgelegt, ein gewinnbringendes Geschäftsmodell zu sein:

"Wir brauchen mehr Querfinanzierung", ist sich Schmidt sicher.

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Keine Bahn wird kommen. Auch in Dresden stand (fast) alles still.
Keine Bahn wird kommen. Auch in Dresden stand (fast) alles still.  © Stefan Häßler

Nächste Streikwelle wohl im März zu erwarten

Fahrgast Luca Jacobs (21) glaubt daran, dass man gemeinsam etwas bewirken kann - und streikte im Namen der Beschäftigen des ÖPNV mit.
Fahrgast Luca Jacobs (21) glaubt daran, dass man gemeinsam etwas bewirken kann - und streikte im Namen der Beschäftigen des ÖPNV mit.  © Stefan Häßler

Unterstützung bekamen die Streikenden der DVB auch von Fahrgästen: "Wenn ein einzelner Angestellter etwas verändern will, bringt das wenig. Aber wenn in Dresden, Sachsen und deutschlandweit Menschen auf die Straße gehen, hat das eine ganz andere Wirkung", sagt Luca Jacobs (21) überzeugt.

Neben Dresden wurde auch in Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen gestreikt. Bereits am 2. Februar hatte ein Warnstreik Busse und Bahnen in Sachsen weitgehend lahmgelegt.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. März angesetzt und damit rollt womöglich auch die nächste Streikwelle durchs Land ...

Titelfoto: Bildmontage/Stefan Häßler (2)

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