Dresden - Stillstand in Dresden: Wegen bundesweiter Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi fahren am Freitag in der Landeshauptstadt keine Straßenbahnen und kaum Busse der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).
Der Großteil der Fahrten fällt aus, nur einzelne Sonderverbindungen (Shuttle-Busse für Fußball- und Eishockey-Fans) sind unterwegs.
Hintergrund sind die festgefahrenen Verhandlungen zum Tarifvertrag im öffentlichen Nahverkehr: "Es ist zu einfach zu sagen, wir wollen weniger arbeiten und mehr Geld. Wir wollen unsere Arbeitsplätze vor Sparmaßnahmen retten und eine faire Bezahlung auch im Bundesvergleich", sagt Kai-Oliver Schmidt (26) vor der DVB-Zentrale in Trachenberge.
Der Kombifahrer hält es für "völlig absurd, dass Kollegen in anderen Bundesländern teilweise das Dreifache verdienen für dieselbe Arbeit."
Der Nahverkehr sei seiner Ansicht nicht darauf ausgelegt, ein gewinnbringendes Geschäftsmodell zu sein:
"Wir brauchen mehr Querfinanzierung", ist sich Schmidt sicher.
Nächste Streikwelle wohl im März zu erwarten
Unterstützung bekamen die Streikenden der DVB auch von Fahrgästen: "Wenn ein einzelner Angestellter etwas verändern will, bringt das wenig. Aber wenn in Dresden, Sachsen und deutschlandweit Menschen auf die Straße gehen, hat das eine ganz andere Wirkung", sagt Luca Jacobs (21) überzeugt.
Neben Dresden wurde auch in Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen gestreikt. Bereits am 2. Februar hatte ein Warnstreik Busse und Bahnen in Sachsen weitgehend lahmgelegt.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. März angesetzt und damit rollt womöglich auch die nächste Streikwelle durchs Land ...