Laute Mucke in der Bahn? Ärgerlich, aber straffrei!
Dresden - Musik per Boombox oder Telefongespräche über die Freisprecheinrichtung: Das stört die leisen Fahrgäste in Bus oder Straßenbahn, ist aber bisher nicht verboten. Bei unseren Nachbarn in Krakau drohen seit Januar genau dafür aber Strafen (umgerechnet etwa 50 Euro). Zieht Dresden nach?
Eine Anfrage ergab: Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) ist ein solches Verbot samt Strafen bisher nicht geplant.
Falk Lösch (60) sieht allerdings ein gesamtgesellschaftliches Thema, denn jeder habe mittlerweile ein Handy, das er auch überall nutzt: "Wer legt fest, wann etwas noch in zulässiger Lautstärke erfolgt und ab wann eine Belästigung vorliegt? Wer soll das überwachen?", fragt sich der DVB-Sprecher.
Im Regelbuch für Fahrgäste sei zudem bestimmt, dass es untersagt ist, "Tonwiedergabegeräte, Musikinstrumente oder andere geräuscherzeugende Gegenstände zu benutzen, wenn dadurch andere Personen belästigt werden".
Strafen allerdings gibt es nicht, und auch von Beschwerden beim Fahrer wird in der Regel eher abgeraten - weil der sich lieber auf den Verkehr konzentrieren soll.
Titelfoto: Holm Helis