Endlich neuer Wohnraum: Bauprojekt am Sternplatz ist nur der Anfang
Dresden - Bereits seit Jahren ist der Wohnungsmarkt angespannt. Neue Behausungen werden mit Blick auf die wachsende Stadt und den Zuzug von Fachkräften für die Chipindustrie dringend benötigt. Neubauprojekte sind wegen hoher Baukosten weiterhin rar.
Die städtische Gesellschaft "Wohnen in Dresden" (WiD, 2300 Bestandswohnungen) will jetzt immerhin wieder loslegen, auch die Lücke am Sternplatz endlich schließen.
Wegen hoher Baukosten und gestiegener Zinsen hatte WiD-Chef Steffen Jäckel (56) 2022 einen Neubaustopp verhängen müssen.
Nur mit zusätzlichen Finanzspritzen des Stadtrats konnten ab Mitte 2024 zwei bereits geplante Projekte gebaut werden.
Ein Sechsgeschosser an der Schönaer Straße in Großzschachwitz mit 28 Wohnungen (kostete 6 Millionen Euro) ist seit Mai bezugsfertig.
Ein Fünfgeschosser an der Braunsdorfer Straße in Löbtau mit 26 Wohnungen (kostet 7 Millionen Euro) ist noch im Bau, ab Oktober sollen Mieter einziehen.
In der Baulücke am Sternplatz in der Altstadt, wo 2022 die Herkuleskeule abgerissen wurde, will Jäckel ein Gebäude mit 45 Wohnungen und Lebensmittel-Discounter errichten. Läuft alles planmäßig, könnten im ersten Quartal kommenden Jahres die Bagger anrollen.
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Für drei weitere Bauvorhaben liegen Genehmigungen vor
"Wir können aber weiterhin nur mit Zuschüssen Neubauprojekte stemmen", sagt Jäckel. Der Stadtrat muss dafür noch zwei Millionen Euro Eigenmittel freigeben.
Für drei weitere Bauvorhaben an der Stauffenbergallee, Käthe-Kollwitz-Ufer und an der Bundschuhstraße liegen Genehmigungen vor. Letzteres Projekt in der Johannstadt soll 2027 auf den Weg gebracht werden.
Daneben saniert die WiD noch in sechs Bauabschnitten gut 1200 alte Plattenwohnungen in Reick und der Radeberger Vorstadt, welche die Stadt Ende 2023 von Vonovia gekauft hatte.
Aktuell werden über 200 Wohnungen überwiegend im bewohnten Zustand saniert (etwa Dämmung, Fenster, Leitungen, Brandschutz).
Für 661 Wohnungen fehlt allerdings noch Geld, auch weil der Freistaat die Förderquote im vergangenen Jahr senkte. Laut OB Dirk Hilbert (54, FDP) ergebe sich damit ein "zusätzlicher Eigenmittelbedarf in Höhe von fünf Millionen Euro".
Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Thomas Türpe, Eric Münch

