Entscheidung mit Risiken: Dresdner Stadtrat gönnt Schulamt neuen Standort

Dresden - Das Hickhack hat ein Ende: Das Dresdner Amt für Schulen mit seinen vier Außenstellen zieht unter das Dach der Annenhöfe. Damit ist die denkmalgeschützte, frühere Bezirksparteischule an der Maternistraße aus dem Spiel.

In den Annenhöfen an der Schweriner Straße wird fortan das Amt für Schulen zu finden sein.
In den Annenhöfen an der Schweriner Straße wird fortan das Amt für Schulen zu finden sein.  © Norbert Neumann

Für die rund 90 Mitarbeiter aus der Fiedlerstraße 30 endet gleichzeitig eine Hängepartie. Nachdem das Objekt verkauft wurde, bestand dringender Handlungsbedarf. An dieser Stelle soll ein Bioinnovationszentrum entstehen.

Der Stadtratsentscheidung ging eine intensive Debatte voraus, an deren Anfang eine 20-minütige Beratungs-Auszeit stand. Noch kurz vor der Sitzung hatte die Stadtspitze einen Ersetzungsantrag verschickt.

Das empörte den Linken-Fraktions-Chef André Schollbach (43): "Es gehört sich, dass man langfristig auf Fraktionen zugeht und Gespräche mit ihnen führt."

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"Ein charmanter Wahlkampfbeitrag", konterte OB Dirk Hilbert (50, FDP). In der Vergangenheit habe es eine Reihe von Gesprächen gegeben. Doch das war nicht der einzige Kritikpunkt.

Die moderne Ausstattung führte zum finalen Votum

Dissidenten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (51, Piraten) sprach sich für die Maternistraße aus.
Dissidenten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (51, Piraten) sprach sich für die Maternistraße aus.  © Steffen Füssel

Mehrere Stadträte machten die Verwaltung erneut für die Debatten der letzten Wochen verantwortlich. Sie habe es versäumt, das erste günstige Angebot der Annenhöfe mit einer Kaltmiete von 16,50 Euro pro Quadratmeter dingfest zu machen.

Inzwischen liegt diese bei 21,70 Euro und damit 6,20 über dem Angebot aus der Maternistraße.

Das allerdings schreckte einen Großteil des Stadtrates nicht ab. Am Ende führte in erster Linie die moderne Ausstattung des künftigen Domizils zu dem finalen Votum.

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"Wie realistisch sind vier Euro Nebenkosten bei der Maternistraße, die nicht einmal über einen Energieausweis verfügt?", fragte sich Dana Frohwieser (45, SPD). "Und was machen wir, wenn dort die Betriebskosten durch die Decke schießen?"

"Die niedrigere Miete sowie der geringere Strombedarf sprechen klar für die Maternistraße", konterte Dissidenten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (51, Piraten). Ohne Erfolg.

Titelfoto: Norbert Neumann

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