Ferdinandplatz-Streit geht weiter! 18 Millionen Euro für KEIN neues Rathaus

Dresden - Für mehr als 140 Millionen Euro will die Stadt am Ferdinandplatz ein neues Rathaus bauen. Aus Rathaus-Sicht ist das beschlossen, die Verträge wurden unterzeichnet. Dennoch soll noch im Sommer im Rat eine Petition behandelt werden, die das Projekt stoppen will. So ein Bau-Abbruch hat jetzt erstmals ein Preisschild.

140 Millionen Euro sollen hier verbuddelt werden, eine Petition will das in letzter Minute verhindern.
140 Millionen Euro sollen hier verbuddelt werden, eine Petition will das in letzter Minute verhindern.  © Steffen Füssel

Laut Verwaltung würden geschätzte Schadensersatzansprüche von etwa 18 Millionen Euro für "bisherige Aufwendungen, bereits geschlossene Verträge und entgangenen Gewinn" an die Baufirmen drohen. Obendrein wurden bereits zehn Millionen Euro für Berater und Grundstücksankäufe ausgegeben.

"Doch dieses Geld ist nicht verloren, durch Planungen und Ankäufe gewann das kommunale Grundstück erheblich an Wert", sagt Torsten Nitzsche (46, Freie Wähler). Seine Fraktion hatte sich von Anfang an klar gegen das neue Rathaus ausgesprochen. Auf den Flächen könnten nun zum Beispiel Wohnungen entstehen.

Auch aus Sicht der AfD sollte das Rathaus-Projekt trotz Schadensersatzansprüchen gestoppt werden. "Durch Mehrkosten am Bau drohen weit größere Preissprünge als die 18 Millionen Euro Schadensersatz", sagt AfD-Rat Thomas Ladzinski (32).

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Die Linke berät noch, aus Sicht von Bauexperten Tilo Wirtz (53) muss geprüft werden, ob die 18 Millionen Euro Schadensersatz, die geringere Geldverschwendung im Vergleich zum Rathaus-Bau sind. Wirtz kritisiert, dass "über den Willen der Bürgerschaft hinweg Tatsachen geschaffen wurden, das ist frech und unverschämt".

So soll das neue Rathaus am Ferdinandplatz aussehen.
So soll das neue Rathaus am Ferdinandplatz aussehen.  © Landeshauptstadt Dresden

Die restlichen Parteien stehen weiter hinter dem Neubau. CDU-Chef Peter Krüger (60): "Wir haben lange gerungen, wir stehen mehrheitlich hinter dem Projekt, jetzt gibt es kein zurück mehr, die Messen sind gelesen."

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel, Landeshauptstadt Dresden

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