Dresden - Streit unter Kameraden: Am Montag rückte die Dresdner Berufsfeuerwehr zu einem Einsatz nach Weißig aus, ohne dass die Freiwillige Feuerwehr des Stadtteils alarmiert worden war. Das brachte den zuständigen Wehrleiter derart in Rage, dass er seinem Ärger in den sozialen Medien Luft machte.
"Wir durften nicht helfen" steht in roten Buchstaben über dem Beitrag von Carsten Preussler, Wehrleiter der Feuerwehr Weißig.
Stattdessen kamen Kameraden aus Striesen: "Mein Ziel als Wehrleiter ist, dass jedem Menschen die schnellstmögliche Hilfe zugutekommt", erklärt Preussler seine offene Kritik.
Der konkrete Einsatz war dabei eher undramatisch, es handelte sich "um eine Tragehilfe für den Rettungsdienst bei einem bereits medizinisch versorgten und stabilisierten Patienten", erklärt Feuerwehr-Sprecher Michael Klahre (46).
Gehandelt wurde dabei "auf Grundlage der gültigen Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) sowie der im Einsatzleitsystem hinterlegten Alarmierungsregeln", teilt das Amt für Brand- und Katastrophenschutz auf TAG24-Anfrage mit.
Das Alarmierungssystem werde zwar laufend überprüft und weiterentwickelt, zeige in der Praxis jedoch stellenweise "Optimierungsbedarf".
Feuerwehreinsatz in Dresden sorgt für Streit unter Kameraden
Verbesserungsvorschläge seien daher wichtig und könnten im direkten Austausch eingebracht werden: "Im vorliegenden Fall wurde vor der öffentlichen Diskussion keine entsprechende Anfrage oder Prüfung veranlasst", kritisiert der Brand- und Katastrophenschutz das Vorgehen des Weißiger Wehrleiters.
Preussler erklärte, er habe "seit über 20 Jahren immer wieder versucht", Dinge sachlich zu klären. Nur diesmal ist ihm offenbar die Hutschnur geplatzt ...
Das Zusammenspiel von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr ist ein wesentlicher Bestandteil der Brandschutzbedarfsplanung der Landeshauptstadt.
"Ohne die Stadtteilfeuerwehren wäre das heutige Sicherheitsniveau für die Bürger unserer Stadt nicht in gleicher Weise leistbar", heißt es aus dem Rathaus abschließend.