Dresden - Vorurteile gegenüber Mitarbeitern mit Migrationsgeschichte wischt er vom Tisch. Ganz im Gegenteil: Ohne seine vietnamesischen und afghanischen Mitarbeiter wäre Gastro-Unternehmer Wolle Förster (71) aufgeschmissen.
Sechs von insgesamt acht Mitarbeitern des Lokals "Sushi & Wein" in der Maxstraße (Dresden) haben in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Vier afghanische Männer und zwei vietnamesische Frauen arbeiten hier - "allesamt fleißig, zuverlässig und freundlich", lobt der Chef.
Auch wenn es nicht immer leicht fällt. Inamullah Benozai (31) hält sich streng an die Regeln des Ramadan. "Erst nach Sonnenuntergang darf ich essen. Aber das fällt gerade auf die Stoßzeit im Sushi, wo der Andrang am größten ist.
Deshalb wird es gerade noch später." Selbst im größten Gedrängel lässt sich auch Sushi-Meister Diavad Hassaini (52) nicht aus der Ruhe bringen.
Seit 13 Jahren arbeitet er im Sushi-Lokal. "Ich mache mindestens 1000 Sushi-Teilchen pro Tag", sagt der Afghane stolz. "Makis mit Gurke gehen am schnellsten, aber nachgefragt wird vor allem Tempura."
Förster betont, dass er ein "echt tolles Team" hat
Tariq Khanh Almas (26) kam schon als 16-Jähriger nach Deutschland. In Windeseile deckt er mit Ali Reza Merzai (32) den Tisch für den Sushi-Lehrgang ein. "Seit 2007 haben exakt 13.895 Teilnehmer den Kurs besucht", sagt Wolle stolz.
Im Gegensatz zu ihnen wollen Tariq, Reza, Diavad und Inamullah nach Feierabend keinen rohen Fisch essen. "Wir kochen in Afghanistan viel mit Lamm, Rind, Reis und Rosinen", nicken die vier Männer. Zwei von ihnen wollen die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen - "wenn wir mal Zeit haben", lachen die Männer.
Nach 25 Jahren in Deutschland hat Huong The Nguyen (48) längst ihre neue Heimat gefunden, wie auch Minh Phuong Nguyen, die dem Sushi-Meister flink zur Hand geht.
"Ich habe ein echt tolles Team, alle sind fest angestellt", sagt Förster anerkennend.