Fluch oder Segen? Soziale Medien sollen künftig Unterrichtsfach werden

Dresden - In Australien ist es schon Realität, auf Bundesebene wird darüber diskutiert: Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige sorgt auch an der "Schule der Zukunft", der Universitätsschule in Dresden-Plauen, für Kritik. Dort fordern Schüler ein neues Schulfach.

Lore Steinigen (17, l.) und Hedi Götze (17) sind Schulsprecherinnen, setzen sich für ein neues Schulfach für den Umgang mit Social Media ein.  © Stefan Häßler

Lore Steinigen (17) und Hedi Götze (17) besuchen die 10. Klasse, haben über Pro und Contra eines Social-Media-Verbotes gesprochen. Lore ist Schülervertreterin und glaubt, dass man von Social Media profitieren kann: "Es ist super, um sich zu vernetzen. Der Schulstreik gegen die Wehrpflicht ist praktisch über Social Media entstanden."

Hedi ist Schulsprecherin und vertritt die Position, dass Social Media besonders für junge Menschen Gefahren birgt: "Das Gehirn ist noch nicht ganz ausgeprägt. Kinder können Inhalte oft noch nicht sicher einordnen und werden schlicht überfrachtet."

Beide sind sich aber einig: "Ein Verbot ist keine Lösung." Stattdessen fordern sie mehr Auseinandersetzung und damit verbunden ein neues Schulfach: "Das Thema muss einfach in die Schule."

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Bereits jetzt gibt es für die Schüler der Universitätsschule mit "Lass reden" und "Daily" zwei Diskussionsrunden, in denen "aktuelle gesellschaftlich relevante Fragestellungen verhandelt werden", erklärt Schulleiterin Maxi Heß (42).

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Das Handy ist mit seinen Social-Media-Apps gleichermaßen der Zugang zu Informationen und die Schwelle ins Chaos.  © picture alliance/dpa

Die Pädogogin erklärt: ""Ziel ist es, Mechanismen digitaler Plattformen transparent zu machen"

Maxi Heß (42), Leiterin der Universitätsschule Dresden, will ihre Schüler lieber befähigen, statt vor Social-Media abzuschotten.  © Universitätsschule Dresden

Ein weiteres Schulfach zum bewussten und kritischen Umgang mit Social Media sei derzeit in Vorbereitung, verrät sie: "Ziel ist es, Mechanismen digitaler Plattformen transparent zu machen, Wirkungen zu analysieren und Handlungsspielräume zu erproben." Also genau das, was sich die Schüler wünschen.

Zukunftsgeneigt setzt die Schulleitung bei der Debatte insgesamt "auf Befähigung statt auf Abschottung", wobei die Frage nach einem Verbot weiterhin Thema bleibt.

"Junge Menschen sollen lernen, digitale Räume reflektiert, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu nutzen", so die Pädagogin.

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