Radebeul/Dresden - Es klingt wie ein Kino-Abenteuer, wie eine Schatz-Suche von Indiana Jones. Doch die Geschichte spielt weder auf der Leinwand noch Tausende Kilometer entfernt. Gastronom René Kuhnt (55) fand ein goldenes Sonnenrad in einer alten Zisterne oder Klärgrube der Radebeuler "Villa Kolbe", die Kuhnt 2025 von der Stadt in Sachsen erwarb und seither saniert.
"Beim Tag des offenen Denkmals kam ein älterer Herr auf mich zu. Er gab mir den Tipp, dass 1945, vor den Einmarsch der Roten Armee, viele Wertsachen versteckt wurden", erzählt Kuhnt. "Alles, was glänzte, hätte man in einer Grube versenkt."
Der Jagdinstinkt war bei Kuhnt geweckt. "Ich habe mit einer langen Stange in der Abwassergrube herumgestochert - und bin auf etwas gestoßen."
Aus der übel riechenden, über drei Meter tiefen Grube, die noch immer über 60 Zentimeter mit Schlamm und Abwasser gefüllt ist, barg Kuhnt ein feuervergoldetes Sonnenrad, mit einem Durchmesser von rund 80 Zentimetern, etwa 25 Kilogramm schwer.
Beim Vergleich mit historischen Fotos stellte sich schnell heraus: Das Sonnenrad funkelte einst auf dem Dach der 1893 erbauten Villa.
"Jetzt werde ich natürlich die Grube auspumpen lassen. Ich hoffe, noch mehr zu finden", sagt Kuhnt. "Und es gibt nicht nur eine Grube auf dem Gelände."
Sowohl Schmuckgitter als auch feuervergoldete Kugeln zieren das Dach der Villa
Das noch recht gut erhaltene Sonnenrad wird von der Dresdner Kunstschmiede Ehnert aufgearbeitet "und dann wieder auf das Dach gesetzt", freut sich Kuhnt über seinen Fund, der bald das fast komplett instandgesetzte und wieder mit historischem Zierrat bekrönte Dach vollenden wird.
Sowohl Schmuckgitter, feuervergoldete Kugeln, Schornsteinabdeckungen aus Sandstein als auch die Wetterfahne zieren bereits das Dach der denkmalgeschützten Villa.