Dresden - Wie eine Dame ihr Geschmeide anlegt, so erhält die denkmalgeschützte Radebeuler "Villa Kolbe" nach 30 Jahren Leerstand Perle um Perle zurück.
Am Montag setzte die Dresdner Kunstschmiede Ehnert die rund 4,50 Meter große Tülle samt Wetterfahne auf dem Dachfirst auf. Ein Schmuckstück mit vergoldetem Fächeradler, auf dessen Brust die Initialen VK und darunter der Name "Kuhnt" prangen.
Denn der Dresdner Gastronom René Kuhnt (55, T1, Kulturwirtschaft, Café Solo, Gasthof Rennersdorf) will die 1893 gebaute Villa sanieren, mit Leben und Kultur füllen.
"Die Sanierung wird sechs bis zwölf Jahre dauern, je nachdem, was bei der Sanierung entdeckt wird", so Kuhnt. Ebenso schwanken die Sanierungskosten zwischen drei und sechs Millionen Euro. "Wichtig ist, dass das Dach dicht und der Keller trocken ist. Dann ist die Bausubstanz erst mal gerettet", so Kuhnt.
"50 Prozent des Daches sind fertig, gedeckt mit englischem Rotschiefer. Noch in diesem Jahr soll die Nordseite der Villa fertig sein." Bau und Montage der Wetterfahne krönen einen Bauabschnitt.
Parallel zur Sanierung werden Park und Villa für die Öffentlichkeit zugänglich
"Das war kein alltäglicher Auftrag. Wir haben für die Villa außerdem Turmspitze und Zierkränze gefertigt", sagt Kunstschmied Johannes Ehnert (41), dessen Firma auch am Dresdner Residenzschloss gearbeitet hat.
Parallel zur Sanierung werden Park und Villa für die Öffentlichkeit zugänglich. Kleiner Ausblick: "Am Ostersonntag lade ich von 13 bis 19 Uhr in den Park, zur Ostereiersuche, zu Kaffee, Kuchen und Kultur ein", so Kuhnt.
Zu Pfingsten wird im Park gejazzt, im August werden Tom Pauls (66), Tenor Andreas Sauerzapf (51), Landesbühnen, Philharmonie und Kreuzchor zu erleben sein.