Waschbären, Dachse, Füchse: So wild geht es in Dresden zu!

Dresden - In Dresdens Gärten, Parks und Friedhöfen sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht. Wortwörtlich. Denn im Dresdner Stadtgebiet machen sich immer mehr Wildtiere breit. Vor allem die Waschbärenpopulation explodierte in den vergangenen zehn Jahren. City Trapper Thomas Schröder (56) ist den kleinen Räubern auf der Spur.

Auch im Großen Garten machen sich Waschbären breit.
Auch im Großen Garten machen sich Waschbären breit.  © imago images/Rainer Weisflog

Süß sind sie ja - aber auch problematisch. Im Großen Garten etwa ist an einigen Stellen deutlich zu sehen, dass dort gewildert wird. "Sie zerwühlen den Rasen, buddeln am Komposthaufen und räumen die Nester der Singvögel aus", weiß Uli Kretzschmar, Sprecher vom Schlösserland Sachsen. 

Deshalb sind die kleinen Bären in Sachsen zum Abschuss freigegeben.

Einer, der den wilden Tieren auf der Spur ist, ist City Trapper Thomas Schröder. 

"Waschbären machen sich überall breit. Ich habe schon welche im Regierungsviertel, am Kleinen Haus und in der Neustadt gesehen", so der Stadtjäger. "Am wohlsten scheinen sie sich aber zwischen Loschwitz und Pillnitz zu fühlen." 

2010 habe er nur zwei Waschbären erlegt. Heute, zehn Jahre später, sind es 250 im Schnitt. Laut Unterer Jagdbehörde wurden im Jagdjahr 2019/2020 insgesamt 313 der Plagegeister erlegt.

Etwa 180 Waschbärfallen hat Thomas Schröder im Stadtgebiet aufgestellt. Derzeit haben die putzigen Raubtiere in Dresden nichts zu befürchten. Ab dem 1. Juli ist die Schonzeit dann aber vorbei vorbei. 

"Dann wird das Telefon nicht mehr stillstehen", sagt Schröder.

Vor allem auf Dresdner Friedhöfen wüten und wühlen Dachse.
Vor allem auf Dresdner Friedhöfen wüten und wühlen Dachse.  © NaturePhoto
City Trapper Thomas Schröder (56) ist den Fellnasen auf der Spur. In ganz Dresden hat der Stadtjäger Fallen aufgestellt.
City Trapper Thomas Schröder (56) ist den Fellnasen auf der Spur. In ganz Dresden hat der Stadtjäger Fallen aufgestellt.  © Eric Münch

Füchse und Schwarzwild: Untere Jagdbehörde beobachtet recht hohen Bestand

Die Untere Jagdbehörde hat außerdem einen recht hohen Bestand an Füchsen und - wie generell deutschlandweit - Schwarzwild beobachtet. Wer sich außerdem in Dresden flächendeckend ausbreitet, ist der Dachs. 

"Auf den Friedhöfen haben die Dachse ihre Ruhe, allerdings buddeln sie die Gräber um und und verrichten ihr großes Geschäft darauf", weiß der City Trapper.

Immerhin: Die Wahrscheinlichkeit einer Tollwutinfektion in Dresden ist äußerst gering. "Uns ist in den letzten knapp 20 Jahren kein Tollwutfall bei Wildtieren bekannt", so eine Sprecherin der Stadt.

Titelfoto: Eric Münch

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